Brandenburg will mehr Hochqualifizierte:

Auch Handwerker ohne Abitur sollen künftig studieren dürfen

Die rot-rote Landesregierung justiert den Hochschulbereich an vielen Stellen neu.

Der Hochschulzugang soll leichter werden.
             
Ralf Hirschberger Der Hochschulzugang soll leichter werden.  

Künftig sollen an den Brandenburger Hochschulen auch Handwerksmeister und Facharbeiter studieren können. Eine entsprechende Novelle des Hochschulgesetzes hat die Landesregierung am Dienstag beschlossen. „Damit ist der Zugang zum Universitätsstudium in Brandenburg künftig so weit gefasst wie in keinem anderen Bundesland“, sagte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). Der Novelle muss noch der Landtag zustimmen. Den Grünen gehen die geplanten Änderungen in manchen Bereichen nicht weit genug.

Die Weiterentwicklung der Hochschullandschaft sei eine der wichtigsten Zukunftsfragen des Landes, betonte der Regierungschef. Dabei gehe es um Impulse aus der Forschung für die Wirtschaft und das Sichern von Nachwuchs. „Der Bedarf an hoch qualifizierten Fachkräften wird in den nächsten Jahren zunehmen.“ Mit der Neuregelung gebe es eine größere Durchlässigkeit zwischen beruflicher und wissenschaftlicher Ausbildung.

Künftig dürfen Anwärter mit Fachhochschulreife ebenfalls an die Universität gehen. Handwerksmeister sowie Bewerber mit Schulabschluss der Sekundarstufe 1, Ausbildung und zwei Jahren Berufserfahrung können ein Bachelorstudium aufnehmen.

Das Abitur bleibe die klassische Form für den Zugang zu den Hochschulen, erläuterte Wissenschaftsministerin Sabine Kunst (parteilos). „Es bleibt der kürzeste Weg zum Hochschulstudium.“ Schon heute hätten aber an der Fachhochschule Brandenburg/Havel mehr als zehn Prozent der Studenten kein Abitur. „Das ist ein ganz wichtiges Reservoir, da diese jungen Menschen aus der beruflichen Bildung hoch qualifiziert und sehr motiviert sind“, sagte Kunst.

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