Wappentier der Hauptstadt gestorben:

Aufregung um Berliner Bären

Der junge Eisbär Wolodja begeistert das Publikum im Tierpark. Traurig stimmt derweil die Nachricht, dass Braunbärin Maxi tot ist. In beiden Fällen gibt es Kritik von Tierschützern.

Der junge Eisbär Wolodja in seinem Gehege im Tierpark. Das zwei Jahre alte Tier wurde im Moskauer Zoo geboren.
Tim Brakemeier Der junge Eisbär Wolodja in seinem Gehege im Tierpark. Das zwei Jahre alte Tier wurde im Moskauer Zoo geboren.

In der Nacht zum Freitag starb die Stadtbärin Maxi im Alter von 27 Jahren in ihrem umstrittenen Zwinger im Köllnischen Park. Tierschützer forderten einen raschen Umzug der noch lebenden Stadtbärin, Maxis Mutter Schnute (32).

Maxi habe seit einigen Tagen kaum gefressen und sich fast nicht bewegt, sagte der Baustadtrat des Berliner Bezirks Mitte, Carsten Spallek. Ein Tierarzt habe ihr Antibiotika verabreicht – doch die Medikamente halfen der Braunbärin nicht mehr. Um die genaue Todesursache zu klären, habe das Amt eine Obduktion angeordnet.

Das Wohlbefinden der noch lebenden Bärin Schnute habe nun oberste Priorität, teilte die Tierschutzorganisation Vier Pfoten mit. „Wenn Braunbären einen langjährigen Begleiter verlieren, leiden sie erfahrungsgemäß sehr unter dem Verlust“, sagte der Bärenexperte der Organisation, Carsten Hertwig.

„Wir können noch nicht absehen, wie sich der Verlust der Tochter auf Schnute auswirkt“, sagte Stadtrat Spallek. Gemeinsam mit Vier Pfoten habe man beschlossen, keine schnelle Entscheidung über eine mögliche Umsiedlung zu treffen. Es sei nicht klar, ob das Tier einen Transport in einen Bärenpark verkraften könne. Normalerweise würden Bären in Gefangenschaft nur etwa 25 Jahre alt. Das Berliner Bärenbündnis forderte hingegen nach Angaben seinesSprechers: „Schnute muss umgehend umziehen.“ In einem Bärenpark könne sie auf Naturboden laufen, baden und sich zurückziehen.

Ein neuer Knut?

Im Tierpark Friedrichsfelde präsentierte sich am Freitag der neue Eisbär Wolodja erstmals der Öffentlichkeit – zwei Jahr nach dem Tod des berühmten Eisbären Knut. Auch am neuem Zuhause des russischen Eisbären gibt es Kritik. Die Anlage sei zu klein, ein Außengehege für vier Bären sei zu wenig. „Das verstößt gegen das Tierschutzgesetz. Wir prüfen noch rechtliche Schritte“, sagte der Sprecher der Tierrechtsorganisation EndZOO, Frank Albrecht.

„Alles Quatsch“, sagte der zuständige Kurator Florian Sicks. Der Zoo erfülle die Anforderungen für Säugetiere. Es sei kein Problem, Eisbären in Zoos zu halten – ausreichend Beschäftigung, eine große Wasserfläche und gute Sozialstruktur vorausgesetzt.

Um 11 Uhr streckte Wolodja seine Nase aus einem Loch in der Felswand. Immer begeisterter erkundete der Eisbär das Außengehege, machte sogar einen Kopfsprung ins Wasser. Fraglich bleibt, ob sich Wolodja wie einst Knut zum Publikumsliebung entwickelt. „Der Knuddelfaktor fehlt hier völlig“, sagte der Kurator Sicks. Knut sei nur so berühmt gewesen, weil die Berliner ihn von klein auf hätten mitverfolgen können. Wolodja soll mit der seit 2011 in Berlin lebenden Tonja Nachwuchs zeugen – vorausgesetzt beide verstehen sich. Einen neuen Knut wird es wohl nicht geben. Tonja soll ihr Jungtier selbst – abseits der Öffentlichkeit – aufziehen.

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