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Ausstellung zeigt kritische DDR-Künstler

Am Freitag wurde im Martin-Gropius-Bau in Berlin eine ganz besondere Ausstellung mit vielen bisher unbekannten Werken eröffnet. Eine Erinnerung an vergangene Zeiten, aber auch eine Aufdeckung.

Der Künstler Hans-Hendrik Grimmling neben seinem Ölbild „Die Umerziehung der Vögel“. In den 80er Jahren waren seine Ausstellungen noch halblegal, bis zum 26. September zeigt er seine Werke nun im Martin-Gropius-Bau.
Soeren Stache Der Künstler Hans-Hendrik Grimmling neben seinem Ölbild „Die Umerziehung der Vögel“. In den 80er Jahren waren seine Ausstellungen noch halblegal, bis zum 26. September zeigt er seine Werke nun im Martin-Gropius-Bau.

Die Ausstellung „Gegenstimmen. Kunst in der DDR 1976-1989“ zeigt seit Freitag im Berliner Martin-Gropius-Bau bislang unveröffentlichte Werke von staatskritischen DDR-Künstlern. „Die Ausstellung soll den bekannten Rahmen der DDR-Kunst aufsprengen“, sagte Kurator Eugen Blume zur Eröffnung. Es gehe um die „andere Kunst“, die den Abstand zum Machtapparat gesucht habe. Zu sehen sind Fotografien, Skulpturen, Installationen und Malereien. Dazu gehört zum Beispiel die bislang unveröffentlichte Zeichnung „Der Tiger im Haus“ von Andreas Küchler.

Die Schau wird von dem Verein Deutsche Gesellschaft ausgerichtet und ist bis zum 26. September zu sehen. Anlass ist der Jahrestag der Ausbürgerung Wolf Biermanns im Jahr 1976.

Die Kuratoren haben sich nach eigenen Angaben mit folgenden Kernfragen beschäftigt: Wie wird das Gedächtnis nach all den nationalen Ost-West-Vergleichen wieder frei für Geschichte? Wer sind in ihr die eigentlichen Helden?

„Der ganze Kreis der staatskritischen DDR-Künstler hat nach der Wende nicht den Rang der Veröffentlichung erfahren wie die Staatskünstler“, sagte Blume. Das solle die Ausstellung nun nachholen. Die westdeutsche Kunstlandschaft habe die „dissidentische Kultur“ bislang vernachlässigt.

Ort

Martin-Gropius-Bau, Niederkirchnerstraße 7, 10117 Berlin

Öffnungszeiten

16. Juli bis 26. September, von Mittwoch bis Montag, 10 bis 19 Uhr, Dienstag geschlossen

Eintritt

8 Euro (ermäßigt 4 Euro)

Weitere Infos finden Sie hier.