Schock in Potsdam::

Autozulieferer Magna Steyr schließt sein Werk

Nach dem Verlust eines Großauftrages soll der Betrieb für Bremssysteme dicht gemacht werden. Nun steht die Rückforderung von Fördermitteln zur Debatte.

Das österreichische Unternehmen hatte die Produktionsstätte erst Anfang 2014 modernisiert.
Ralf Hirschberger Das österreichische Unternehmen hatte die Produktionsstätte erst Anfang 2014 modernisiert.

Der österreichische Automobilzulieferer Magna Steyr schließt Ende des Jahres seinen Standort in Potsdam. Geschäftsführer Wolfgang Fitzeck bestätigte am Donnerstag einen entsprechenden Medienbericht. Grund für die Schließung sei, dass ein Nachfolgeauftrag von Daimler Benz für die Herstellung von Druckluftbehältern für Bremssysteme an einen Konkurrenten gegangen sei. Von der Schließung des Werks sind rund 60 Mitarbeiter betroffen. Magna Steyr hatte das Werk am Potsdamer Hauptbahnhof erst Anfang 2014 modernisiert.

Die Österreicher hatten das Werk Ende 2010 vom baden-württembergischen Unternehmen Erhard Technologies GmbH übernommen. Dieses hatte rund 20 Millionen Euro in den Standort investiert und dafür mehr als 3,0 Millionen Euro Fördergeld vom Land bekommen. Die Bindefristen für die Förderung seien noch nicht abgelaufen, sagte der Sprecher der Investitionsbank des Landes (ILB), Matthias Haensch, auf Anfrage. Daher habe die ILB nun ein Anhörungsverfahren eingeleitet.

Investitionsbank leitet Verfahren zu Fördergeldern ein

In der Anhörung soll geklärt werden, ob Fördergeld zurückgezahlt werden muss oder ein Nachfolger gefunden wird. „Die ILB wird sich mit ihren Partnern dafür einsetzen, am Standort eine Nachfolgelösung zu finden“, sagte Haensch.

Nach Angaben von Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) ist die Landesregierung im Gespräch mit dem Unternehmen. „Magna will allen Mitarbeitern eine Übernahme in anderen Werken anbieten, sodass ich relativ zuversichtlich bin, dass da keine Arbeitslosigkeit produziert wird“, sagte der Minister. Magna sei ein weltweit agierendes seriöses Unternehmen. Falls Rückzahlungen fällig würden, werde das Land diese auch erhalten.

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