Europaweit einmalig:

Bade-Spaß mit Pinguinen

Im Lübbenauer Spaßbad können Schwimmgäste mit 20 Pinguinen abtauchen. Nur durch eine Glasscheibe getrennt, schwimmen Mensch und Tier gemeinsam durchs Wasser. In diesem Jahr hat es nun auch erstmals Nachwuchs gegeben.

Badleiter Axel Kopsch posiert mit einem Teil der Pinguin-Truppe.
Jens Rümmler Badleiter Axel Kopsch posiert mit einem Teil der Pinguin-Truppe.

Kaum setzt die kleine Anne zu einem Wasser-Handstand an, reckt ein Pinguin das Köpfchen. Als die Achtjährige abtaucht, legt der schwarz-weiße Seevogel eine saubere Unterwasser-Pirouette hin. Das ist mehr als erstaunlich, denn der fitte Pinguin gehört zu den acht Jungtieren, die erst im Mai im Lübbenauer Spaßbad „Spreewelten“ (Oberspreewald-Lausitz) schlüpften. „Unsere Geduld hat sich gelohnt. Erstmals seit Bestehen unserer Anlage 2008 wurden hier jetzt Junge geboren“, so Tierpflegerin Sabine Lowka.

Europaweit einmalig können in der Spreewälder Erlebniswelt Badegäste mit echten Pinguinen planschen. „Getrennt sind Mensch und Tier nur durch eine Glasscheibe“, so Lowka. Warum nach fünf Jahren ohne Nachwuchs gerade in diesem Jahr der große Wurf gelang, kann auch sie nicht genau sagen. „Spreewelten“-Marketing-Chef Steven Schwerdtner vermutet, dass die zu Jahresbeginn veränderten Bruthöhlen eine Rolle spielen. „Wir haben drei Höhlen noch kuscheliger und enger eingerichtet“, erklärt der 36Jährige. Die Steinlandschaft schufen Steinmetze aus rund 320 Tonnen echtem Lausitzer Granit. Womöglich sind die großen Tiere in Sachen Brüten nun erfahrener, ist aus dem Zoo in Cottbus, mit dem „Spreewelten“ kooperiert, zu hören.

Noch bis Ende September würden die Jungtiere, sechs Männchen und zwei Weibchen, von deren „Eltern“ versorgt. Zur Nahrung gehört vor allem hochgewürgter Hering, den die Tierpfleger den Alttieren zuvor fütterten. Insgesamt leben in der Anlage nun 20 Pinguine und zwei patagonische Enten.

Badegäste staunen besonders über die Neugier der ursprünglich aus Südamerika stammenden Zweibeiner. „Als einige Pinguin-Babys vor Wochen die Bruthöhlen verließen, gingen sie instinktiv gleich ins Wasser, ohne das nasse Element zuvor je erlebt zu haben“, berichtet Stammgast Johann Merz. Bald darauf hätten die jungen Seevögel ihre Schnäbel an die Pool-Glasscheibe gepresst. „Unsere Pingus sind ausgesprochen kontaktfreudig und gehen gern auf Tuchfühlung mit Menschen“, bestätigt auch Sabine Lowka. Zu den Attraktionen des städtischen Spaßbads mit zwei 118-Meter-Rutschen und Wellenbad zählt die Saunalandschaft mit 14 Heißluftbädern. Neuer Besuchermagnet ist eine 200 Jahre alte Spreewaldscheune, die aus Burg nach Lübbenau umgesetzt wurde. „Die Scheune verwandelten wir in eine Relax-Oase“, berichtet Steven Schwerdtner. In dem Mix aus Hexenhaus und finnischer Blockhütte duftet es nach Erle und Jasmin. Wo früher mal Traktoren und Schweine standen, entspannen jetzt Saunagäste nach ihrem Schwitzgang. Die Landschaft vor der Scheune wirkt mit Fließ, Brücke und Kahn wie ein Spreewald im Kleinformat.

Anne taucht indes nochmal mit Pinguin Polly ab. Von der zweiten Tierpflegerin Laura Schäfer erfährt die Kleine später noch, dass Humboldt-Pinguine in ihrer angestammten Heimat Chile und Peru vom Aussterben bedroht sind. „Mit rund 11 000 Tieren gilt der Bestand als gefährdet“, so Schäfer. Am Pinguinbecken gibt sie mittlerweile komplette Biologie-Unterrichtsstunden, informiert sie. Ob zukünftig alle acht Jungtiere in Lübbenau bleiben, sei noch offen, sagt Steven Schwerdtner. Die Anlage habe eine Kapazität für 24 Pinguine. „Vielleicht geben wir später einige Tiere an den Zoo Schwerin, mit dem wir zusammenarbeiten, ab.“