Diebstahl und Hehlerei:

Bande von Autoschiebern in mehreren Bundesländern zerschlagen

Der Polizei und der Staatsanwaltschaft geht ein dicker Fisch ins Netz. Eine Gruppe von Männer, die im großen Stil Autos in halb Deutschland stehlen und weiterverkaufen, wird festgenommen. Diese haben es auf Edel-Marken abgesehen und richten einen Schaden von über einer halben Million Euro an.

Bernd Settnik Polizisten schieben ein Motorrad aus der Lagerhalle in Dannenwalde, in der die Autoschieber ihr Diebesgut gelagert hatten.

Eine in halb Deutschland agierende Bande mutmaßlicher Autoschieber aus Brandenburg wurde vom Landeskriminalamt am Dienstag zerschlagen. Die Verdächtigen werden beschuldigt, gezielt hochwertige Autos gestohlen oder deren Diebstahl veranlasst zu haben, um sie gewinnbringend weiter zu verkaufen, so die Staatsanwaltschaft Neuruppin. Gleichzeitig sollen sie Schrottfahrzeuge gleicher Ausführung gekauft und deren Identitäten mit den Gestohlenen vertauscht haben. Dadurch wollten sie die  Legalität ihrer Geschäfte vorgeben. Geklaut wurden die Fahrzeuge in Brandenburg und acht weiteren Bundesländern. Der Gesamtschaden beläuft sich nach bisherigen Erkenntnissen auf über 500 000 Euro.

Als mutmaßliche Köpfe der Bande wurden zwei 31- und 35-jährige Deutsche aus Gransee und Zehdenick vorläufig festgenommen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen gewerbs- und bandenmäßige Diebstähle, sowie die Hehlerei von Fahrzeugen und Einzelteilen vor. Zu der Bande gehören neben den zwei mutmaßlichen Haupttätern vier weitere Männer im Alter von 31 bis 39 Jahren.

Vorzugsweise waren Premium-Hersteller, wie beispielswseise Audi, BMW, Porsche, Mercedes-Benz und Volkswagen, die Objekte des illegalen Handels. Die Staatsanwaltschaft wirft den Beschuldigten bislang mindestens 21 einzelne Taten aus den Jahren 2012 und 2013 vor. Nach den Ergebnissen der Durchsuchungen in 29 Objekten am Dienstag ist mit einer deutlich höheren Zahl von Straftaten auszugehen, so die Staatsanwaltschaft. Dabei stellte die Polizei umfangreiches Diebesgut und Beweismaterial sicher. Darunter befanden sich sieben Audi, davon drei des Modells RS4, und fünf Mercedes Benz, teilweise in AMG-Ausführung, sowie ein VW Golf und zwei Renault. Einige von den Wagen waren bereits teilweise zerlegt. Weiterhin fanden die Einsatzkräfte zwei Motorräder, einen Campinganhänger, zahlreiche Fahrzeugteile, wie Motoren, Getriebe, Achsen und Karosserien. Auch einen Fahrzeuganhänger mit montiertem Stromaggregat, dessen Herkunft ungeklärt ist, stellten die Beamten sicher.

Die Staatsanwaltschaft Neuruppin hat beim zuständigen Amtsgericht gegen beide Hauptverdächtige Haftbefehle beantragt. Sie werden voraussichtlich am Mittwoch dem Haftrichter vorgeführt.

 

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