Debatte um Mindestlohn:

Bauern fürchten eine Plage aus der Politik

Die Debatte über einen flächendeckenden Mindestlohn treibt märkischen Landwirten Sorgenfalten auf die Stirn. Neben Arbeitsplätzen sollen sogar ganze Agrarbereiche bedroht sein.

Wer soll Pflaumen pflücken, wenn professionelle Erntehelfer zu teuer werden?
Patrick Pleul Wer soll Pflaumen pflücken, wenn professionelle Erntehelfer zu teuer werden?

Spreewaldgurken oder Spargel ernten für 8,50 Euro pro Stunde? Der bundesweite Streit um einen gesetzlichen Mindestlohn ruft auch in Brandenburg Befürworter und Gegner auf den Plan. Während Politiker wie Arbeitsminister Günter Baaske (SPD) für diese Mindestgrenze plädieren, befürchten Landwirte den Wegfall vieler gering bezahlter Arbeitsplätze in der Obst- und Gemüseproduktion.

„Wenn in Brandenburg Agrarbetriebe flächendeckend 8,50 Euro pro Stunde zahlen müssten, würden ganze Produktionsbereiche mit viel Handarbeit vor dem Aus stehen“, sagte der Geschäftsführer des Landesgartenbauverbandes, Andreas Jende. „In der Branche sind jährlich etwa 5500 Saisonkräfte im Einsatz, zum Beispiel bei der Ernte von Spargel, Gurken, Äpfel und Kirschen“, berichtete Jende. Diese Produkte müssten auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig bleiben. Anderenfalls seien auch die Arbeitsplätze von Festangestellten gefährdet.

Arbeitsminister Baaske sagte hingegen: „In Brandenburg verdient jeder fünfte Vollzeitbeschäftigte weniger als 8,50 Euro pro Stunde.“ Davon seien auch Menschen mit abgeschlossener Berufsausbildung betroffen. „Hier muss dringend etwas getan werden. Armut trotz Arbeit muss ein Ende haben. Wer Vollzeit arbeitet, darf nicht länger auf Sozialleistungen angewiesen sein, um über die Runden zu kommen.“

Union und SPD hatten sich bei den Koalitionsverhandlungen in Berlin zunächst darauf verständigt, dass mehr Branchen eine tarifliche Lohnuntergrenze anstreben sollten. Bei der Forderung der SPD, die einen gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro durchsetzen will, gab es bislang keine Annäherung.

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