Nach mildem Winter:

Bauern fürchten mehr Schädlinge

Die Landwirte beginnen dieser Tage mit der Aussaat. Ganze ohne Sorge sehen sie der Ernte nicht entgegen.

Vielerorts säen die Bauern schon.
Patrick Pleul Vielerorts säen die Bauern schon.

Die Brandenburger Landwirte bereiten derzeit die Frühjahrsaussaat vor. Zum kalendarischen Frühlingsbeginn sind einige sogar schon dabei und bringen Sommergetreide in den Boden. „Ich setze auf die alte Bauernweisheit: „Nur März-Hafer ist Herbst-Hafer““, sagte der Präsident des Landesbauernverbandes, Udo Folgart. Wer im März keinen Hafer drille, bekomme keine gute Ernte.

„Wir sind gut über den Winter gekommen“, sagte Folgart. Größere Schäden seien bisher nicht bekannt. Er warnte aber vor allzu großer Euphorie. „Bis 10. Mai muss der Bauer immer mit Spätfrösten rechnen“, sagte er. „Wintergerste steht schon in vollem Saft“, sagte er zu den Folgen der milden Witterung. Regen wäre jetzt allerdings gut. Im Februar habe es nur zwischen acht und zehn Millimeter Niederschlag gegeben. „Das ist eindeutig zu wenig“, sagte er.

Insektenflug früher als sonst erwartet

Die zu warmen Wintermonate haben nach seinen Angaben jedoch auch das Leben im Boden aktiviert: Bei den Schädlingen tue sich einiges. „Da müssen wir die Augen offen halten“, sagte er. Der Insektenflug werde früher als sonst einsetzen. Maßnahmen gegen den Rapsstengelrüssler, den Kohltriebsrüssler und den Rapsglanzkäfer müssten rechtzeitig eingeleitet werden. Erste Meldungen aus den Landkreisen Teltow-Fläming, Potsdam-Mittelmark oder Oberhavel deuteten auf vermehrtes Auftreten hin.

In Brandenburg wächst Wintergetreide in diesem Jahr auf etwa 476 700 Hektar, zwei Prozent mehr als 2013. Winterweizen drillten die Landwirte auf 167 600 Hektar – die seit 23 Jahren größte Fläche. Winterroggen wächst auf 183 400 Hektar, Wintergerste auf 84 600 Hektar. Im Vorjahr wurden rund drei Millionen Tonnen Getreide geerntet, drei Prozent mehr als im Jahr 2013.

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