Bundesgartenschau:

Baum-Gutachter untersucht tödliches Unglück

Ein Besucher wurde von einem herabfallenden Ast erschlagen, nachdem mehrmals vor einem Sturm gewarnt wurde. Nun will die Staatsanwaltschaft wissen: War der Baum ausreichend standsicher?

Das Buga-Gelände in Rathenow wurde von dem Sturm schwer getroffen. Die Aufräumarbeiten dauern an.
Bernd Settnik Das Buga-Gelände in Rathenow wurde von dem Sturm schwer getroffen. Die Aufräumarbeiten dauern an.

Nach dem tödlichen Unfall eines 49-Jährigen auf der Bundesgartenschau in Rathenow (Havelland) hat die Potsdamer Staatsanwaltschaft einen Baum-Gutachter eingeschaltet. Ein Buga-Besucher war am Samstagabend während eines Unwetters von einem herabstürzenden Ast erschlagen worden. "Wir konzentrieren uns auf die Frage, ob der Baum ausreichend standsicher war", sagte Behördensprecher Nils Delius am Montag.

Der Buga-Zweckverband wollte sich am Montag nicht zu den Ermittlungen äußern. Weitere Informationen werde es erst am Dienstagnachmittag auf einer Pressekonferenz geben, sagte Buga-Sprecherin Amanda Hasenfusz. Das Gelände in Rathenow bleibt wegen der Aufräumarbeiten mit Ausnahme des Aussichtsturms bis Freitag geschlossen. Geöffnet bleiben die Standorte Brandenburg/Havel, Premnitz, Stölln und Havelberg.

Mehrere Sturmwarnungen herausgegeben

Vor dem Unfall hatte der Deutsche Wetterdienst (DWD) mehrere Unwetterwarnungen herausgegeben. "Die Frage, ob der Veranstalter das Gelände hätte schließen müssen, spielt derzeit bei den Ermittlungen keine Rolle", sagte Delius.

Der Unfall hatte sich gegen 17.50 Uhr ereignet, eine halbe Stunde zuvor hatte der DWD vor schweren Gewittern mit Hagel und Sturmböen im Havelland gewarnt. "Das heißt aber nicht automatisch, dass der Veranstalter das Gelände hätte evakuieren müssen", sagte DWD-Sprecherin Linda Jäckel. "Das muss der Veranstalter jeweils nach der Art des Ereignisses und seinem Sicherheitskonzept entscheiden." Dies sei auch deswegen sehr schwierig, weil schwer vorherzusehen sei, an welchem Ort sich ein Gewitter entlädt. "Das kann dann oft sehr schnell gehen", meinte Jäckel.

 

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