Angeklagte stammt aus Brandenburg:

Befangenheit im Prozess um Sandsturmunfall abgelehnt

Bei einer Massenkarambolage starben acht Menschen. Dafür muss sich eine Frau verantworten und hat nun einen heftigen Rückschlag vor Gericht erlitten.

Der verheerende Unfall hatte acht Menschen das Leben gekostet.
Bernd Wüstneck Der verheerende Unfall hatte acht Menschen das Leben gekostet.

Im Rostocker Prozess um die Massenkarambolage mit acht Toten in einem Sandsturm auf der Autobahn 19 ist der Befangenheitsantrag gegen den Vorsitzenden Richter zurückgewiesen worden. Auch ein Beweisantrag der Angeklagten aus Brandenburg sei abgelehnt worden, sagte eine Sprecherin des Amtsgerichts Rostock. Zugleich seien weitere Zeugenvernehmungen beschlossen worden. Die Hauptverhandlung werde am 25. Februar fortgesetzt.

Eine 53-Jährige ist wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Sie soll im April 2011 in die Sandwolke hineingefahren sein, ohne das Tempo zu verringern. Sie fuhr auf ein Auto auf, in dem ein Ehepaar starb. Die Angeklagte hatte erklärt, die Wolke sei plötzlich aufgetaucht. Insgesamt waren bei der Karambolage 130 Menschen verletzt worden, mehr als 80 Fahrzeuge waren beteiligt.

Warum die Verteidigung einen Befangenheitsantrag stellte

Grund für den Befangenheitsantrag der Verteidigung war die kurzfristig angesetzte Befragung eines Mannes, der kurz vor der Angeklagten die Unglücksstelle passiert hatte. Ihm zufolge war die Sandwolke schon aus rund 600 Metern zu sehen.

Ob ein Zeuge vernommen wird, bestimme allein der Vorsitzende Richter, hieß es. Es sei zwar ein Versäumnis gewesen, der Verteidigung diese Vernehmung nicht rechtzeitig mitzuteilen, ihr sei aber genügend Vorbereitungszeit eingeräumt worden.

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