Brisant:

Behindert Mobbing bei der Polizei das Verfahren gegen den Maskenmann?

Im Prozess um Anschläge auf zwei Millionärsfamilien schweigt der Angeklagte. Polizeibeamte fühlten sich bei den Ermittlungen erheblich behindert. Die Beweisführung ist daher schwierig.

An der Fahndung und den Ermittlungen war eine Vielzahl von Polizisten beteiligt.
Nestor Bachmann An der Fahndung und den Ermittlungen war eine Vielzahl von Polizisten beteiligt.

Der Prozess um den Maskenmann vor dem Landgericht Frankfurt (Oder) beschäftigt inzwischen auch die Landespolitik. Der Innenpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Björn Lakenmacher, hat der Landesregierung eine Kleine Anfrage zum Thema Mobbing bei der Polizei gestellt. Das erklärte er am Wochenende.

Beamte hatten von Mobbing und Bevormundung durch Vorgesetzte bei ihren Ermittlungen in dem Fall berichtet. Der Angeklagte im Prozess um den Maskenmann soll zwei Millionärsfamilien in Ostbrandenburg überfallen haben. Die Anklage wirft ihm zudem vor, einen Unternehmer entführt zu haben, der sich dann nach dessen eigenen Angaben selbst befreit haben will. Der Angeklagte steht nun schon seit Mai vor Gericht.

Weil die Taten von einem maskierten Täter begangen worden sind, ist von einem Verfahren gegen einen sogenannten Maskenmann die Rede. Der Angeklagte vor dem Frankfurter Landgericht bestreitet allerdings, der Maskenmann und damit der gesuchte Täter zu sein. Der CDU-Politiker Lakenmacher möchte nun von der Regierung unter anderem wissen, wie sie das Thema Mobbing am Arbeitsplatz bei der Brandenburger Polizei bewertet. Eine von 19 Fragen lautet, wie viele Beschwerden von Polizistinnen und Polizisten es dazu zwischen 2010 und 2014 gab. Die Antwort wird aber erst in drei Wochen erwartet.

Kritische Fragen

Gegen den Leiter der Frankfurter Mordkommission, der kritische Fragen seiner Kollegen bei den Ermittlungen nicht zugelassen haben soll, wird inzwischen intern wegen möglicher Dienstvergehen ermittelt. Die möglichen Dienstvergehen stehen aber nach Angaben der Polizei nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Fall. Zwei der kritischen Polizisten und der Chef der Mordkommission sollen im Dezember im Prozess gegen den Maskenmann aussagen.

Umstritten in dem Verfahren ist die Aussage des Entführungsopfers. Der Manager konnte sich nach eigenen Angaben nach zwei Tagen unter freiem Himmel im Ok-tober 2012 selbst aus der Gewalt seines Entführers befreien und im Dunkeln durch sumpfiges Gelände flüchten – ohne Blessuren erlitten oder sich erkältet zu haben.

Der Angeklagte muss sich in dem Verfahren wegen versuchten Mordes, versuchten Totschlags, schwerer Körperverletzung und räuberischer Erpressung verantworten. Bereits zu Prozessauftakt ließ er erklären, er sei der Falsche, der vor Gericht stehe.

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