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Berliner Großflughafen BER zu 87 Prozent vollendet

Der geplante Berliner Großflughafen ist überwiegend fertig - doch entscheidende Dinge wie überall funktionierende Türen fehlen noch. Auch am Zeitplan muss noch gearbeitet werden.

Der neue Chef des BER, Engelbert Lütke Daldrup (l), und der ebenfalls neu gewählte Aufsichtsratschef Rainer Bretschneider beraten über die Zukunft des Hauptstadtflughafens.
Ralf Hirschberger Der neue Chef des BER, Engelbert Lütke Daldrup (l), und der ebenfalls neu gewählte Aufsichtsratschef Rainer Bretschneider beraten über die Zukunft des Hauptstadtflughafens.

Der neue Großflughafen ist nach Berechnungen der Flughafengesellschaft Ende Februar zu 87 Prozent vollendet gewesen. Im Januar habe die Quote noch bei 82 Prozent gelegen, sagte der neue Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup am Montag in Potsdam vor dem BER-Sonderausschuss des Landtags. Man sei also weitergekommen.

Die Gesellschaft arbeite daran, einen realistischen Zeitplan für die Inbetriebnahme vorzulegen. Das Ziel sei weiter das Jahr 2018. Man werde sich bemühen, so schnell wie möglich einen belastbaren Terminplan vorzulegen, sagte Lütke Daldrup. Gearbeitet wird unter anderem noch an der Sprinkleranlage und an den Türen. Bei den Türen gebe es deutliche Fortschritte, sagte der Flughafenchef. Die Eröffnung des Hauptstadtflughafens war bereits fünf Mal verschoben worden. Nach einem Gutachten wackelt auch das neue Ziel 2018.

Kosten für Verzögerung im zweistelligen Millionenbereich - pro Monat

Lütke Daldrup trat am Montag erstmals in dem Ausschuss auf, nachdem er Anfang März neuer Flughafenchef geworden war. Auf Nachfrage eines Abgeordneten räumte er ein, dass es keine Übergabe mit dem zuvor gefeuerten Flughafenchef Karsten Mühlenfeld gegeben habe. Derzeit werde versucht, die Projektorganisation leistungsfähiger zu machen, Risiken zu finden und mit Firmen möglichst verbindliche Termine für die Vollendung der Arbeiten zu vereinbaren, sagte der 60-Jährige.

Die Kosten für die Verzögerungen bezifferte Lütke Daldrup auf derzeit 13,5 Millionen Euro pro Monat, künftig werde die Zahl auf unter zehn Millionen Euro pro Monat sinken. Bislang war dagegen über Kosten von bis zu einer Million Euro pro Tag spekuliert worden. Unklar blieb allerdings, ob in den jetzt genannten Zahlen etwa auch entgangene Gewinne mit berücksichtigt wurden. Der Flughafen ist ein gemeinsames Projekt der Länder Berlin und Brandenburg sowie dem Bund.