21 Mitarbeiter betroffen:

Berühmter Potsdamer Orgelbauer pleite

Die traditionsreiche Instrumentenwerkstatt von Alexander Schuke ist zahlungsunfähig. Was dem Unternehmen das Genick brach.

Auch Wolfgang Friedrich nach dem Insolvenzantrag um seinen Job bangen.
Bernd Settnik Auch Wolfgang Friedrich nach dem Insolvenzantrag um seinen Job bangen.

Nach ausgebliebenen Zahlungen ist der traditionsreiche Brandenburger Orgelbauer Alexander Schuke Potsdam-Orgelbau insolvent. Rechnungen für Musikinstrumente, die für Kunden in der Ukraine und Russland gefertigt wurden, seien nicht bezahlt worden, teilte das Büro der Potsdamer Anwaltskanzlei Christian Graf Brockdorff am Freitag mit.

Es habe keine andere Möglichkeit gegeben, als diesen Schritt zu gehen, sagte Matthias Schuke, Chef des seit knapp 200 Jahren bestehenden Unternehmens, auf Anfrage. Ein Instrument sei bereits ausgeliefert, aber noch nicht aufgebaut; das andere stehe noch auf dem Gelände. Die derzeit 21 Mitarbeiter arbeiteten an verschiedenen kleineren Projekten. „Wir hoffen auf weitere Aufträge.“

Zahlungsausfälle bei Aufträgen aus dem Ausland

Zahlungsausfälle, vor allem aus dem Ausland, machten den Kollegen immer wieder zu schaffen, sagte Thomas Jann, Vorsitzender des Bundes deutscher Orgelbaumeister. Der Verband vertritt nach eigenen Angaben die Interessen von 100 Betrieben mit rund 2000 Mitarbeitern. Der Markt in Asien oder Osteuropa biete zwar ein großes Potenzial, es gebe aber auch Risiken. Käufer lehnten meist eine Bankabsicherung aus Kostengründen ab. Der Orgelbauer hätte dabei mehr Sicherheit, das Geld für seine Leistung zu erhalten. „Der Konkurrenzdruck ist aber enorm“, stellte Jann fest.

Zur Höhe der Ausfallsumme im Fall Schuke wollte das Büro des Insolvenzverwalters nichts sagen. Nach Medienberichten soll es sich um insgesamt rund 300 000 Euro handeln. Mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens wird Anfang Dezember gerechnet. „Wir prüfen die Möglichkeit, das Unternehmen zu sanieren und weiterzuführen“, hieß es aus der Kanzlei. Wenn ein Konzept vorliege, könnten Möglichkeiten für flankierende Hilfen geprüft werden, betonte das brandenburgische Wirtschaftsministerium.

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