Opfer lebensgefährlich verletzt:

Beziehungsdrama endet im Feuer

Ein Mann soll den neuen Partner seiner Frau mit Benzin übergossen und angezündet haben. Nun steht er vor Gericht und will sich an wenig erinnern. Seine Verflossene belastete ihn jedoch schwer.

Der Angeklagte versuchte am ersten Verhandlungstag, seine Tat mit Stress und Depressionen zu erklären.
Patrick Pleul Der Angeklagte versuchte am ersten Verhandlungstag, seine Tat mit Stress und Depressionen zu erklären.

Verkohlte Wände und Möbel sind auf den Fotos zu sehen, die das Cottbuser Gericht näher betrachtet. In einer Wohnung spielte sich im März vermutlich Beziehungsdrama ab. Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass ein Mann den neuen Partner seiner Ehefrau mit Benzin übergoss und danach anzündete. Das lebensgefährlich verletzte Opfer konnte sich ins Badezimmer retten und die Flammen an seinem Körper löschen.

Der 37 Jahre alte Angeklagte beschreibt am Mittwoch zum Prozessauftakt wegen versuchten Totschlags, wie er die Glasscheibe der Wohnungstür in Schönewalde (Elbe-Elster) eingetreten und später eine mit Benzin gefüllte Flasche und ein Feuerzeug in den Händen gehalten habe. Was dann passierte, könne er nicht sagen und beruft sich auf Erinnerungslücken. Vor dem Feuer habe es eine „Schubserei“ gegeben. Zu Beginn seiner Aussage sagt er: „Es tut mir so leid.“

Gestresst und depressiv

Monate zuvor, so beschreibt es der Angeklagte Nick J., sei seine Frau mit den gemeinsamen Söhnen aus der Wohnung in Bayern ausgezogen. Im Februar habe sie ihm dann gesagt, dass sie einen neuen Mann habe. Auf einer Grillfeier habe er ihn einmal getroffen und zu ihm gesagt: „Du stiehlst mir meine Frau.“ Zu der Wohnung des Neuen sei er gefahren, um mit seiner Frau zu sprechen. „Einfach sprechen“, sagt er.

Im Auto habe er dann nach der Flasche mit Benzin gegriffen, die zum Reinigen des Fahrzeugs gedacht sei. Als der Vorsitzende Richter am Landgericht fragt, warum er die 1,5-Liter-Flasche mitnahm, lautet die Antwort: „Keine Ahnung.“ Er sei wegen der Trennung „gestresst“ gewesen. „Ich war voll mit Depression.“

"Er war nicht er selbst"

Seine von dem Angeklagten getrennt lebende Ehefrau war zum Zeitpunkt des Feuers auch in der Wohnung. Als sie als Zeugin aussagen soll, muss ihr Mann den Verhandlungssaal verlassen. Der Richter verliest als Grund einen ärztlichen Hinweis, dass die Frau eine posttraumatische Belastungsstörung habe. Über eine Kamera wird ihre Aussage in das Nebenzimmer, wo der Angeklagte sitzt, übertragen.

Leise berichtet sie, wie ihr Mann sie damals spätabends angerufen habe, um mit ihr zu sprechen. Mehrmals habe sie ihn abgewimmelt, dann habe sie plötzlich Schläge an der Tür gehört. Zu dem Zeitpunkt habe sie sich mit dem anderen Mann im Schlafzimmer aufgehalten. Dann sei es zu einer Rangelei zwischen den Männern gekommen, die sie aber nicht direkt gesehen habe. Sie habe die Feuerwehr gerufen, als sie bemerkte, dass es brennt. Im Flur sei ihr der Angeklagte entgegengekommen, der selbst an den Händen brannte. „Er war nicht er selbst“, sagt sie über ihn.

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