Parteiübergreifende Einigkeit:

Bibern geht es an den Kragen

So possierlich sie sind – die geschützten Biber können auch ärgerliche Schäden anrichten. Koalition und Teile der Opposition wollen dem jetzt in Brandenburg einen Riegel vorschieben.

Geht es nach den Willen von vier Landtagsfraktionen sollen Eingriffe in den Bestand der Nager künftig möglich sein.
Patrick Pleul Geht es nach den Willen von vier Landtagsfraktionen sollen Eingriffe in den Bestand der Nager künftig möglich sein.

Dem Biber könnte es in Brandenburg schon bald an den Kragen gehen. Auf einen entsprechenden Antrag haben sich die Koalitionsfraktionen von SPD und Linker sowie die Opposition von CDU und FDP geeinigt. Er lässt es zu, Biber notfalls sogar zu töten, wenn nicht auf andere Weise Schäden an Gewässern, Deichen und Teichanlagen abzuwenden sind. Der Antrag fordere die Landesregierung auf, eine landesweit geltende Biber-Verordnung zu erarbeiten, teilte CDU-Fraktionschef Dieter Dombrowski mit. Auf ihrer Grundlage könnten beispielsweise künftig nicht besetzte Biberburgen beseitigt werden.

Dem Antrag zufolge sollen die Landkreise und kreisfreien Städte besonders gefährdete Gebiete festlegen, wo Eingriffe in den Bestand der Nager infrage kommen. Außerdem soll es möglich sein, vorbeugende Maßnahmen gegen den Biber in der neuen EU-Förderperiode mit Geld aus Brüssel zu finanzieren.

Der fraktionsübergreifende Vorstoß geht auf einen FDP-Antrag zurück, der ursprünglich einen „Biber-Managementplan“ gefordert hatte. Dieser musste überarbeitet werden, um die gesetzlichen Vorschriften der Europäischen Union und Bundesrecht zum Schutz wildlebender Tier- und Pflanzenarten einzuhalten. Die europäische Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie lasse im Fall des Bibers Ausnahmen vom strengen Schutzstatus zu, „um erhebliche wirtschaftliche Schäden abzuwenden oder um die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten“.

Mit dem neuen Antrag werde sich am Mittwoch der Umweltausschuss des Landtages beschäftigen, bestätigte die SPD-Landtagsabgeordnete Martina Gregor-Ness. Umweltministerin Anita Tack (Linke) sah bisher keine Veranlassung, für das ganze Land einen Biber-Managementplan aufzustellen. Die bisherigen „Vollzugshinweise Biber“ des Ressorts hätten sich nicht bewährt, begründete Dombrowski die jetzt gefundene Lösung.

Die Zahl der Elbebiber in Brandenburg wird auf rund 2200 geschätzt. Bauern hatten in der Vergangenheit immer wieder wegen der angerichteten Schäden einen begrenzten Abschuss der geschützten Tiere gefordert.

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