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Brandenburg besteht auf die Braunkohle

Tausende Arbeitsplätze in der Lausitz hängen von der Kohle ab. Wegen der Verkaufspläne von Vattenfall befürchtet Ministerpräsident Woidke weniger Stellen.

Der schwedische Energiekonzern betreibt unter anderem das Kraftwerk in Jänschwalde.
Patrick Pleul Der schwedische Energiekonzern betreibt unter anderem das Kraftwerk in Jänschwalde.

Die Ministerpräsidenten von Brandenburg und Sachsen haben bei Gesprächen in Stockholm eine schnelle Entscheidung über einen Verkauf der Braunkohlesparte des schwedischen Energiekonzerns Vattenfall angemahnt. Bei einem Treffen mit dem schwedischen Wirtschaftsminister Mikael Damberg hätten er und sein Brandenburger Kollege Dietmar Woidke (SPD) darum gebeten, in den Verkaufsprozess einbezogen zu werden, sagte Sachsens Regierungschef Stanislaw Tillich (CDU). „Wir wollen natürlich, dass die Arbeitsplätze in der Lausitz weiterhin gesichert werden.“

Tillich und Woidke trafen sich auch mit Vertretern des Wirtschaftsausschusses des schwedischen Parlaments. Dabei hätten sie die Parlamentarier auch zu einem Besuch in der Lausitz eingeladen, um sich ein Bild zu machen. „Weil am Ende des Tages, so haben wir es heute erfahren, wird es eine politische Entscheidung geben“, sagte Tillich. Am Freitag ist ein Treffen mit Vattenfall-Chef Magnus Hall geplant.

Vattenfall prüft Abstoß seiner Braunkohlesparte

Grund für die Schweden-Reise der beiden Ministerpräsidenten sind die Verkaufspläne des schwedischen Staatskonzerns. Vattenfall prüft derzeit einen kompletten oder partiellen Abstoß seiner Braunkohlesparte. Bis Mitte 2015 soll es Klarheit geben. Der Konzern betreibt in der Lausitz fünf Braunkohlegruben und mehrere Kraftwerke. Etwa 8000 Arbeitsplätze hängen an der Industrie.

Der Energieträger ist umstritten, weil er besonders klimaschädlich ist. Woidke und Tillich halten Kohle als Brückentechnologie hin zu erneuerbaren Energien für unerlässlich. Die beiden Länder haben bereits den Ausbau von zwei Gruben genehmigt.

Überschattet wird der Besuch von der angekündigten Neuwahl in Schweden. Die rot-grüne Regierung hatte im Parlament keine Mehrheit für ihren Haushalt.