Linke drängt auf Änderungen:

Brandenburg droht neuer Schulstreit

Die Linke will die Gemeinschaftsschule vorantreiben. SPD und CDU sind dagegen. Lehrer, Eltern und Schüler werden nicht gefragt.

In der Diskussion ist die Einrichtung von Schulzentren.
Patrick Pleul In der Diskussion ist die Einrichtung von Schulzentren.

Brandenburgs Linke kämpfen weiter für die Gemeinschaftsschule. Fraktionschef Ralf Christoffers und die bildungspolitische Sprecherin Kathrin Dannenberg stellten ein Konzept zur Einführung der Schulform noch in dieser Legislaturperiode vor. Dabei handelt es sich um Schulen, an denen die Kinder von der ersten bis zur 13. Klasse gemeinsam lernen und an denen alle Schulabschlüsse einschließlich Abitur möglich sein sollen.

Auf Klassenwiederholungen und die Einteilung von Schülern entsprechend ihrer Fachleistungen – wie bislang an Gesamtschulen mit gymnasialer Oberstufe üblich – soll verzichtet werden. Ab dem Schuljahr 2017/2018 soll das Konzept den Linken zufolge an Brandenburger Schulen erprobt werden.

Verweis auf den ländlichen Raum

Gerade im ländlichen Raum würden Gemeinschaftsschulen künftig eine große Bedeutung bekommen, ist Dannenberg überzeugt. Künftig werde der demografische Wandel dazu führen, dass nicht mehr überall alle Schulformen als eigenständige Schule angeboten werden könnten. „Heute wählen Eltern für ihre Kinder das Gymnasium, weil sie glauben, dass ihr Kind dort besonders gefördert wird“, sagte Dannenberg. „Aber dann wechseln viele Kinder zurück auf die Oberschule, weil sie den Druck dort nicht mehr aushalten.“

Brandenburgs SPD sieht das aber anders. „Von einer Gemeinschaftsschule wird im Koalitionsvertrag ganz bewusst nicht gesprochen“, sagte Bildungsminister Günter Baaske (SPD). Örtlich gemeinsames Lernen, von der Grundschule bis zum Abitur, sei schon heute möglich, wenn die Schulträger dies wollten. „Was wir nicht brauchen, sind neue Schulversuche“, so Baaske. „Wir brauchen Schulfrieden – und ich will, dass wir das Bestehende nutzen und weiterentwickeln.“

CDU gegen Gefährdung der Gymnasien

Deutlich äußerte sich auch der bildungspolitische Sprecher der CDU, Gordon Hoffmann. „Der Mehrwert von Schulzentren ist völlig unklar“, sagt Hoffmann. Schon jetzt könnten Grundschulen mit weiterführenden Schulen an einem Ort zusammengelegt werden. Keiner der aktuell bedrohten Schulstandorte könnte aber auf diese Weise gerettet werden. „Tatsächlich sind ‚Schulzentren‘ bloß ein Placebo, das die SPD der Linken gegeben hat, die eigentlich die Einheitsschule einführen und damit die Gymnasien in Brandenburg abschaffen will.“ Die CDU warne davor, den Schulfrieden zu gefährden.

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