Statistik:

Brandenburg ist Hochburg der rechtsextremen Gewalt

Übergriffe gegen Ausländer, politische Gegner oder andere Menschen - laut neuer Statistik ist das Risiko, Opfer einer rechtsextremen Gewalttat zu werden, im Nordosten überdurchschnittlich hoch. Doch auch ein westdeutsches Bundesland ist davon betroffen.

Rechte Gewalt kann jeden Treffen - die Aussage dieses Pappaufstellers ist für Brandenburg anscheinend besonders aktuell.
Rainer Jensen Rechte Gewalt kann jeden Treffen - die Aussage dieses Pappaufstellers ist für Brandenburg anscheinend besonders aktuell.

In Brandenburg ist das Risiko eines Neonazi-Überfalls statistisch gesehen so groß wie in keinem anderen Bundesland. Nach einer Statistik des Bundesinnenministeriums kamen dort im vergangenen Jahr auf 100 000 Einwohner rein rechnerisch 2,98 rechtsextreme Gewalttaten. Das geht aus der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Linken hervor, über die zuerst die Berliner "Tageszeitung" berichtet hatte. Demnach rangiert Brandenburg vor Berlin (2,81), Thüringen (2,27) und Mecklenburg-Vorpommern (2,19).

Den deutlichsten Zuwachs verzeichnete allerdings Nordrhein-Westfalen, wo die Zahl der rechtsextremen Übergriffe je 100 000 Einwohner im Vergleich zu 2013 von 1,09 auf 2,11 kletterte. NRW liegt damit vor Sachsen und Sachsen-Anhalt, das die Statistik im Jahr zuvor noch angeführt hatte. Aus den Zahlen geht allerdings nicht hervor, ob die Verschiebungen tatsächlich auf Veränderungen in der rechtsextremen Szene zurückzuführen sind oder auf eine veränderte Einstufung einzelner Taten in den Länderstatistiken.