Bundestagswahl 2013:

Brandenburg stärker im Bundestag vertreten

Dank eines Überhangmandats sitzen künftig 20 Abgeordnete aus Brandenburg in Berlin. Die Wahlbeteiligung stieg. Doch es gab auch Probleme bei der Wahl.

Brandenburger Interessen könnten nach der Wahl künftig stärker im Bund berücksichtigt werden.
Friso Gentsch Brandenburger Interessen könnten nach der Wahl künftig stärker im Bund berücksichtigt werden.

Im Deutschen Bundestag werden künftig mehr Abgeordnete aus Brandenburg vertreten sein. Durch ein Überhangmandat der Wahlsiegerin CDU wächst die Zahl der märkischen Parlamentarier in der Bundeshauptstadt Berlin von 19 auf 20, wie Landeswahlleiter Bruno Küpper in Potsdam mitteilte.

Wahlsiegerin ist die CDU, die neun der zehn Direktmandate gewann. Vom proportionalen Anteil der Zweitstimmen wären die Christdemokraten eigentlich nur auf acht Mandate gekommen, erklärte Küpper. Durch die neun gewonnenen Wahlkreise sei es jedoch zu einem von bundesweit vier Überhangmandaten gekommen.

Die märkische SPD, die sich vor der Wahl noch siegessicher gezeigt hatte, musste bei den Erststimmen eine herbe Schlappe einstecken. Nur im Wahlkreis 60 (Potsdam-Mittelmark/Havelland) konnte sich SPD-Spitzenkandidat Frank-Walter Steinmeier durchsetzen - mit äußerst knappen Ergebnis. Steinmeier gewann mit nur 341 Stimmen Vorsprung.

Bei den Zweitstimmen gewann die CDU mit 34,8 Prozent deutlich. Die SPD kommt auf 23,1 Prozent (2009: 25,1). Die Linke erzielt 22,4 Prozent (2009: 28,5). Bei den kleinen Parteien kommen die Grünen auf 4,7 Prozent der Zweitstimmen, die FDP sackt auf 2,5 Prozent ab. Die eurokritische AfD landet in Brandenburg aus dem Stand bei 6,0 Prozent. Die rechtsextreme NPD erreicht wie vor vier Jahren 2,6 Prozent. Die Piraten kommen auf 2,2 Prozent.

Erfreulich entwickelte sich die Wahlbeteiligung. 68,4 Prozent der Wahlberechtigten Brandenburger gaben diesmal ihre Stimme ab, das ist laut Küpper ein Anstieg von 1,4 Prozentpunkten im Vergleich zu 2009. Bundesweit liegt das Land bei der Wahlbeteiligung aber weiterhin unter dem Durchschnitt (71,5 Prozent).

Der Landeswahlleiter räumte ein, dass es bei der Stimmenauszählung am Sonntag „einige kleinere Hänger“ gegeben habe. Die größte Panne gab es im Wahlkreis Märkisch Oderland/Barnim II. Im Wahllokal von Fredersdorf-Vogelsdorf verzettelten sich Wahlhelfer bei der Auszählung so sehr, dass die Kreiswahlleiterin zur Hilfe eilen musste. Die Stimmen mussten teils neu ausgezählt werden, dadurch verzögerte sich die Bekanntgabe des vorläufigen amtlichen Endergebnisses bei der Bundestagswahl stark. Küpper warb um Nachsicht: Die Wahlhelfer seien Ehrenamtler, die nur alle vier Jahre für ihren Einsatz zusammenkämen.

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