Kritik von Naturschützern:

Brandenburg vernachlässigt Alleen

5000 neue Exemplare als Ausgleich für gefällte Bäume anpflanzen: Das sieht die Alleenkonzeption des Landes vor. Das Ziel wurde seit Jahren nicht mehr erreicht. Nun schlagen Naturschützer Alarm.

Brandenburg gilt als das alleenreichste Bundesland.
Patrick Pleul Brandenburg gilt als das alleenreichste Bundesland.

Das fünfte Jahr in Folge werden entlang märkischer Straßen mehr Bäume abgeholzt als nachgepflanzt. Das ist für eine Allianz der Brandenburger Naturschützer ein Verstoß gegen die 2007 verabschiedete Alleenkonzeption. Darin hatte sich das Land verpflichtet, jedes Jahr als Ausgleich für gefällte Bäume 5000 neue Exemplare anzupflanzen. Dieses Ziel wurde 2010 zum letzten Mal erreicht. 2015 waren es nach Angaben des Naturschutzbunds (Nabu) nur 2833. Diese Zahl geht aus der Alleebaumstatistik des zuständigen Landesbetriebes für Straßenwesen hervor.

Derzeit werden noch rund ein Viertel der Bundes- und Landesstraßen im Land von Alleen gesäumt. Damit gilt die Mark als das alleenreichste Bundesland. Die Naturschutzverbände betonen jedoch, es müsse eins-zu-eins nachgepflanzt werden, damit das so bleibe. Der Nabu verlangt deshalb im Vorfeld von Baumfällungen, mehr und besser in die Planungen einbezogen zu werden. Die Umweltschützer verweisen dabei auf ein Urteil des Verwaltungsgerichts Cottbus (AZ: VG 3 L 89/16). Im Februar hatten die Richter den Verbänden ein Mitwirkungs- und Klagerecht zugestanden.