Debatte um optimale Landwirtschaft:

Brandenburg will Spekulanten vom Bodenkauf fernhalten

Ist ein mittelgroßer Bauernhof besser als ein „Flächengigant“? Diese Frage steht seit langem hinter dem Streit in Brandenburg über optimale Landwirtschaft. Im Landtag flammte er erneut auf.

Ein Brandenburger Landwirt ist mit der Herbstbestellung seines Feldes beschäftigt. Die ungleiche Verteilung von Flächen und Beschäftigten in der Landwirtschaft hat eine Debatte im Landtag bestimmt.
Patrick Pleul Ein Brandenburger Landwirt ist mit der Herbstbestellung seines Feldes beschäftigt. Die ungleiche Verteilung von Flächen und Beschäftigten in der Landwirtschaft hat eine Debatte im Landtag bestimmt.

Die ungleiche Verteilung von Flächen und Beschäftigten in Brandenburgs Landwirtschaft hat im Landtag zu einer hitzigen Debatte geführt. Während CDU und Bündnisgrüne sie für eine vergleichsweise schlechte Leistungsbilanz verantwortlich machten, warfen Redner der rot-roten Koalition der Opposition Schwarzmalerei vor und erinnerten an die historisch gewachsenen Besitzstrukturen. Parteiübergreifend lehnten die Fraktionen jedoch den Aufkauf von Flächen oder gar ganzer Betriebe durch Investoren außerhalb des Agrarsektors ab. Mit großer Mehrheit beschloss der Landtag, eine Arbeitsgruppe „Bodenmarkt“ einzurichten, nur die FDP-Fraktion enthielt sich. Das Gremium soll Vorschläge erarbeiten, wie dem Aufkauf von Land etwa zu Spekulationszwecken ein Riegel vorgeschoben werden kann und wie die einheimischen Betriebe gestärkt werden können.

Nur fünf Prozent aller Agrarbetriebe mit 1000 Hektar und mehr bestellten fast die Hälfte der landwirtschaftlichen Nutzfläche, rechnete CDU-Fraktionschef Dieter Dombrowski vor. Gleichzeitig belege Brandenburg bei der Bruttowertschöpfung im Ländervergleich nur Platz zehn. Der Grünen-Fraktionsvorsitzende Axel Vogel ergänzte, 50 Prozent der Betriebe hätten weniger als 50 Hektar und bewirtschafteten 3,6 Prozent der Fläche.

Überdies liege die Beschäftigungsquote von 1,7 Arbeitskräften pro 100 Hektar weit unter dem Bundesdurchschnitt (3,3 Arbeitskräfte), stellte Vogel in der von der Linksfraktion beantragten Aktuellen Stunde fest. Das mittlere Einkommen habe 2010 statistisch 1772 Euro monatlich betragen. „Das ist viel zu wenig.“ Für ländliche Entwicklung falle die Landwirtschaft als Partner aus.

Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) verwies darauf, dass die Besitzstrukturen geschichtlich gewachsen und hauptsächlich in den Bodenwertzahlen begründet seien. „Wir lassen uns auch von den Grünen eine gute Politik nicht schlechtreden.“ Wegen der leichten und durchlässigen Böden liege das Ertragsniveau 20 bis 30 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt, sagte der SPD-Abgeordnete und Präsident des Landesbauernverbandes, Udo Folgart. „Die Standortbedingungen in Brandenburg sind nicht optimal.“

Grünen-Fraktionschef Vogel warf der Landesregierung eine Stagnation im Ökolandbau vor. Hier bewirtschafteten 690 Betriebe 10,6 Prozent der Nutzfläche. Vogelsänger konterte, dieser Wert sei bundesweit „Spitze“.

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