42 Züge verspätet:

Brandsatz an ICE-Strecke entfernt

Der versuchte Anschlag auf eine Bahnlinie beschäftigt nun den Staatsschutz. Der Abschnitt war nicht zu ersten Mal Ziel von Linksextremen.

Unter anderem mit Spürhunden wurde der Tatort an der ICE-Strecke Berlin-Hannover untersucht.
Julian Stähle Unter anderem mit Spürhunden wurde der Tatort an der ICE-Strecke Berlin-Hannover untersucht.

Von den Tätern des misslungenen Brandanschlags auf die ICE-Strecke Berlin-Hannover fehlt weiterhin jede Spur. Spezialisten des Brandenburger Landeskriminalamtes entfernten inzwischen den am Montag in einem Kabelschacht bei Dallgow-Döberitz (Havelland) gefundenen Brandsatz. Aus bislang unbekannten Gründen hatte er nicht gezündet. Der Staatsschutz übernahm den Angaben zufolge die Ermittlungen.

Die Züge konnten am Montagabend ab etwa 21  Uhr wieder planmäßig fahren. Zuvor war es durch Umleitungen zu Verspätungen bei 42 Zügen gekommen. Um den Tatort und Spuren zu sichern, waren die Gleise rund drei Stunden lang voll gesperrt gewesen.

Die Motivation der Täter

Der Selbstbausatz war entdeckt worden, nachdem auf einer Webseite, die dem linksextremen Spektrum zugeordnet wird, eine Bekennernachricht veröffentlicht worden war. Zur Motivation der Tat heißt es dort: "Tausenden Menschen wird die freie Ein- und Durchreise verwehrt – wir zielten mit unserer Aktion auf die Festung Europa in ihrer wirtschaftlichen Funktionsfähigkeit. Wir wollten den Transport von Arbeitskraft, den Güterverkehr, den Wirtschaftsstandort stören. Wir laden alle Flüchtlinge dieser Welt ein." Zudem riefen die Verfasser zu weiteren Anschlägen und Sabotageaktionen auf.

Auch in der Vergangenheit kam es bereits zu Brandanschlägen auf dieser Bahnstrecke. So war der gleiche Abschnitt laut Polizei bereits 2011 betroffen. Bislang konnten keine Täter ermittelt werden. In den vergangenen Jahren hatte es im gesamten Berliner Raum mehrfach Brandanschläge auf Bahnanlagen gegeben. Besonders folgenschwer war ein Anschlag im August 2014 auf einen Kabelschacht zwischen den Bahnhöfen Treptower Park und Ostkreuz. Dazu bekannten sich damals linksradikale autonome Gruppen. Täter wurden bisher nicht gefasst.

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