:

Bundeswehr sucht bei IT-Camps computerversierten Nachwuchs

Der Cyberkrieg spielt auch beim deutschen Militär eine immer größere Rolle. Derzeit sind 2000 Stellen für IT-Spezialisten unbesetzt. Um Abhilfe zu schaffen, umgarnen die Streitkräfte jugendliche Nerds.

Die Bundeswehr sucht für ihre neue Cyber-Einheit CIR dringend IT-Fachkräfte.
Oliver Berg/Symbolbild Die Bundeswehr sucht für ihre neue Cyber-Einheit CIR dringend IT-Fachkräfte.

Rund 60 Jugendliche schnuppern derzeit in Brandenburg bei der Bundeswehr rein. In Kasernen in Storkow (Oder-Spree) und in Prenzlau (Uckermark) können sie in viertägigen IT-Camps hinter die Kulissen von Cyberspezialisten der Truppe schauen, wie ein Bundeswehr-Sprecher zu Wochenbeginn mitteilte. Unter anderem sollen die 15- bis 18-Jährigen Computer-Netzwerke aufbauen und betreiben. Außerdem gehe es um praktische Arbeit wie die selbstständige Reparatur eines Datenübertragungskabels.

Bundesweit werden fünf solcher Camps veranstaltet. Neben denen in Brandenburg werden bis Freitag auch Camps in Wilhelmshaven, in Murnau (Bayern) sowie in Gerolstein (Rheinland-Pfalz) angeboten.

Neue Bundeswehreinheit soll Hackerangriffe abwehren

Hintergrund für die sogenannten Cyber Days ist ein Mangel an IT-Spezialisten. Aktuell sind rund 2000 Stellen im militärischen und zivilen Bereich zu besetzen, schilderte der Sprecher. Die Bundeswehr muss sich dabei der Konkurrenz mit der Privatwirtschaft stellen. Nach Angaben des Digitalverbandes Bitkom gab es Mitte November vergangenen Jahres 51.000 offene Stellen für IT-Spezialisten - rund 20 Prozent mehr als 2015.

Erst vor zwei Wochen wurde die neue Bundeswehreinheit CIR ("Cyber- und Informationsraum") in Dienst gestellt. Sie soll Kompetenzen zentral bündeln, Hackerangriffe abwehren und bei Netzattacken zurückschlagen.