Kritik an der Bildungspolitik:

CDU fordert mehr Praktika für Schüler

In Templin werden Jugendliche früh an die Arbeitswelt herangeführt. Anderswo gibt es Nachholbedarf, meinen die Christdemokraten.

Junge Leute sollen frühzeitig die Betriebe kennenlernen.
Tobias Kleinschmidt Junge Leute sollen frühzeitig die Betriebe kennenlernen.

Brandenburgs CDU will die Berufsvorbereitung von Schülern verbessern. Auf Initiative des Prignitzer Bildungspolitikers Gordon Hoffmann beschloss die CDU-Fraktion im Landtag ein Positionspapier, dass angesichts des Fachkräftemangels und von 1000 unbesetzten Ausbildungsplätzen eine verbesserte Berufsorientierung für Jugendliche fordert. „Umso früher das Berufsleben in der Schule eine Rolle spielt, umso früher erkennen die Kinder und Jugendlichen ihre Chancen in der regionalen Wirtschaft“, sagte Hoffmann.

Die CDU wolle dabei vor allem auf Partnerschaften zwischen Schulen und Unternehmen setzen. Vielerorts gebe es bereits erfolgreich laufende Schulpartnerschaften von Betrieben. Im ländlichen Raum, etwa in der Prignitz oder der Uckermark, wo es weniger Unternehmen gebe, könnten auch Oberstufenzentren den Schulen bei der Vermittlung ihrer Schüler etwa in Praktika behilflich sein. Oberstufenzentren sollten zu „regionalen Kompetenzzentren für Berufsorientierung“ werden und Oberschulen bei Organisation und Durchführung der Praktika Unterstützung anbieten, schwebt Hoffmann vor. „Idealerweise hat jede Schule am Ende Partner aus den unterschiedlichsten Bereichen, etwa eine Bank als Beispiel für kaufmännische Berufe, oder ein Pflegeheim für die Sozialberufe.“

Auch Bildungsministerium plant Änderungen

Zudem sollte jede Schule einen Lehrer haben, der vorwiegend für die Berufsorientierung der Schüler verantwortlich zeichnet und dafür auch vom übrigen Unterricht freigestellt wird. Ab der siebten Klasse sollten jährlich Betriebspraktika in den Schulen stattfinden.

Während die CDU-Landtagsfraktion ihr Papier bereits fertig hat, arbeitet auch das Bildungsministerium an einem Konzept für die berufliche Bildung von Schülern. Wie Minister Günter Baaske (SPD) bei einer Veranstaltung der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung sagte, solle es voraussichtlich im Herbst fertig werden. Ihm sei es wichtig, so Baaske, „dass die Berufs- und Studienorientierung künftig noch stärker integraler Bestandteil des Schulalltags wird.“ Zudem solle im August ein neues Förderprogramm mit dem Namen“Initiative Sekundarstufe I (INISEK I)“ starten. Es soll der gezielten Berufs- und Studienorientierung dienen und dazu beitragen, die Ausbildungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler der Klassen sieben bis zehn an Ober, Gesamt- und Förderschulen zu verbessern und die Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss weiter zu senken.

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