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CDU will Wildschweinen an den Kragen

Für viele Jäger lohnt es sich nicht, Frischlinge zu schießen. Die Untersuchungskosten sind zu hoch. Die Union im Landtag will das ändern.

Die Schweinepest kann durch Schwarzwild übertragen werden. Daher soll die Jagd attraktiver werden.
Patrick Pleul Die Schweinepest kann durch Schwarzwild übertragen werden. Daher soll die Jagd attraktiver werden.

Brandenburgs CDU will die Jagd auf Wildschweine attraktiver machen, um der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest vorzubeugen. In einem Antrag, der am kommenden Freitag ohne Parlamentsdebatte in den zuständigen Fachausschuss überwiesen werden soll, fordern die Christdemokraten, Jägern die Gebühren für die vorgeschriebene Pflichtuntersuchung von erlegtem Wild auf Bandwürmer zu erlassen, wenn die erlegten Tiere weniger als 20 Kilogramm wiegen.

„Die Afrikanische Schweinepest ist eine hochansteckende Viruserkrankung bei Haus- und Wildschweinen, die sich zurzeit in den Baltischen Staaten und Polen ausbreitet“, sagt der CDU-Landwirtschaftspolitiker Andreas Gliese, der selbst Tierarzt ist. Da es bislang keinen wirksamen Impfstoff gebe, wäre ein Ausbruch in Deutschland mit erheblichen wirtschaftlichen Schäden verbunden. „Ein wesentlicher Ausbreitungsweg führt über die Wildschweinbestände“, sagt Gliese. „Es ist daher sinnvoll, genau hier mit der Prophylaxe anzusetzen.“

Jagd auch in Schutzgebieten?

Für viele Jäger würde sich jedoch gerade die Jagd auf Frischlinge nicht lohnen, da im Ergebnis wenig Wildfleisch den hohen Gebühren für die verpflichtenden Untersuchungen gegenüberstünde.

Das bestätigt auch der Geschäftsführer des Landesjagdverbands, Georg Baumann. „Weil die Untersuchungsgebühren bei schwachen Frischlingen so hoch sind, verzichten viele Jäger einfach darauf, sie zu schießen.“ Zudem sei es sinnvoll, die Jagd auch in Schutzgebieten, etwa auf den Flächen der Heinz-Sielmann-Stiftung in der Döberitzer Heide, durchzuführen. „Schwarzwild ist ein intelligentes Wild, das schnell merkt, wo es nicht bejagt wird, und sich entsprechend zurückzieht.“

Einschleppung eher durch Personen und Fahrzeuge

Die Sprecherin des Potsdamer Verbraucherschutzministeriums, Maria Strauß, erklärte dagegen, dass das Risiko einer Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest nach Deutschland vor allem darin bestehe, dass der Erreger über kontaminiertes Material durch Personen- und Fahrzeugverkehr eingeschleppt werde.

„Für eine Einschleppung durch direkte Kontakte der Wildschweine sind die Entfernungen zu den Seuchenherden derzeit zu groß“, so Strauß. Sollte man auf die Gebühren für die Trichinenuntersuchung verzichten, wären dafür zusätzliche Mittel in einer Größenordnung von etwa 300  000 Euro pro Jahr bereitzustellen. Trichinen sind winzige Fadenwürmer, die unter anderem bei Schweinen als Zwischen- und Endwirt dienen.

Kommentare (1)

Geschichte scheint sich doch zu wiederholen :-( Ich kann mich noch gut an den letzten Ausbruch in den 90ger erinnern. Da kamen von der Seite der Landesämter zunächst die gleichen Argumente -und dann war die Pest auf einmal da und die große Panik brach aus ...