Debatte um Energiewende:

Christoffers bemängelt fehlendes Gesamtkonzept

Brandenburg kann seinen Stromverbrauch zur Hälfte aus regenerativen Energien decken. Bei der Energiewende bleiben aber viele Baustellen.

Brandenburg hat beim Anteil erneuerbarer Energien die Zielmarke des Bundes übertroffen.
Patrick Pleul Brandenburg hat beim Anteil erneuerbarer Energien die Zielmarke des Bundes übertroffen.

Erneuerbare Energien tragen in Brandenburg mittlerweile zu mehr als der Hälfte des gesamten Bruttostromverbrauchs bei. Ihr Anteil liege hier rechnerisch bei 51 Prozent, teilte das Wirtschaftsministerium mit. Damit habe das Land einen weiten Vorsprung, denn der Bund gebe dieses Ziel erst für 2030 vor.

Aus Anlass des 15. Energietages in Cottbus bekräftigte Minister Ralf Christoffers (Linke) seine Forderung nach einem schlüssigen Gesamtkonzept für die Energiewende. Derzeit gebe es hier 16 Konzepte der Länder sowie eine bundespolitische und eine EU-weite Zielstellung. „Wenn die Energiewende zum Erfolg werden soll, brauchen wir eine gemeinsame Strategie für Deutschland.“

Christoffers verlangte zudem, die Stromsteuer für zwölf Monate auf das europäische Niveau zu senken. In diesem Zeitraum könne das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) reformiert werden. Bisher sei Ostdeutschland bei der Energiewende im Nachteil, da die Kosten für den notwendigen Ausbau der Netze auf den dortigen Strompreis umgelegt würden.

Kritik an der Energiestrategie der Landesregierung kam unterdessen vom Naturschutzbund (Nabu) Brandenburg. Dort hält man die weitere Zunahme der Windenergie nur bei einem mittelfristigen Braunkohleausstieg für vertretbar. „Der Ausbau erneuerbarer Energien muss mit der Reduzierung der besonders klimaschädlichen Braunkohleverstromung verbunden werden“, erklärte der Nabu-Landesvorsitzende Friedhelm Schmitz-Jersch. Sein Verein sieht unter anderem die biologischen Vielfalt und landschaftlichen Schönheit in Gefahr.

Auf dem Cottbuser Energietag wurde vor allem erörtert, welche Chancen die Energiewende der regionalen Wirtschaft und Kommunen bietet. Das Thema stand im Mittelpunkt von Vorträgen und Diskussionsrunden. Dabei ging es auch darum, wie Bürger besser an der Planung von Energieprojekten beteiligt werden können. Auf der parallel veranstalteten Messe präsentierten sich in diesem Jahr 47 Aussteller aus dem Energiesektor.

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