Ungewöhnliche Personalie:

Darum lehnen die Grünen ihre eigene Kandidatin ab

Sonja Karas aus Kremmen will Spitzenkandidatin der Umweltpartei für die Bundestagswahl werden. Der Landesverband hält davon jedoch gar nichts.

Die Grünen-Politikerin Sonja Karas
Sebastian Willnow Die Grünen-Politikerin Sonja Karas

Die Brandenburger Grünen-Politikerin Sonja Karas will bei der Bundestagswahl Spitzenkandidatin der Grünen werden – gegen den Widerstand ihres eigenen Landesverbandes. „Wir liegen mit ihr nicht auf einer politischen Linie“, sagte Parteisprecher Simon Zunk am Dienstag. „Neben inhaltlichen Differenzen sehen wir nicht, was sie für dieses Amt qualifiziert.“ Die 43-Jährige aus Kremmen (Oberhavel) hatte erklärt, sie wolle ihre Bewerbung am Mittwoch beim Bundesvorstand anmelden.

Die 43-Jährige ficht der Widerstand ihrer Parteispitze nicht an. „Ich werde mit meiner Kampagne daran arbeiten, mich bekannt zu machen“, sagte sie. Für die Spitzenkandidatur bei der Bundestagswahl gibt es bereits vier Bewerber: Parteichef Cem Özdemir, die Bundestags-Fraktionschefs Katrin Göring-Eckardt und Anton Hofreiter sowie Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck.

Die 1973 in West-Berlin geborene Karas saß von 2013 bis 2015 im Landesvorstand der Brandenburger Grünen. Dort erntete sie Widerstand, weil sie sich an mehreren „Montagsdemos“ beteiligte, deren Teilnehmer sich unter anderem um den Rechtspopulisten Jürgen Elsässer scharten. 2015 schied Karas aus dem Landesvorstand aus und bewarb sich dann sogar um den Bundesvorsitz. Sie unterlag jedoch mit 18 Prozent der Stimmen der Vorsitzenden Simone Peter.

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