Wowereit wieder Aufsichtsratschef am BER:

„Das peinlichste Comeback des Jahres“

Wowereit soll es doch richten. Er war seit Monaten der einzige Anwärter und wurde tatsächlich wieder zum Chefaufseher des neuen Hauptstadtflughafens gewählt. Prompt muss er viel Kritik einstecken. Zwei Brandenburger Minister haben gegen ihn gestimmt.

Klaus Wowereit (SPD) hat seinen Posten als BER-Aufsichtsratschef zurück.
Bernd Von Jutrczenka Klaus Wowereit (SPD) hat seinen Posten als BER-Aufsichtsratschef zurück.

Die Wiederwahl des Berliner Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) zum Chefaufseher des Hauptstadtflughafens hat deutliche Kritik hervorgerufen. „Das Comeback Wowereits als BER-Aufsichtsratschef ist ein Skandal“, sagte der Fraktionschef der Grünen und frühere Vorsitzende des Verkehrsausschusses im Bundestag, Anton Hofreiter. Wowereit sei mitverantwortlich für eine Reihe von Fehlentscheidungen, die die Steuerzahler viele Hundert Millionen Euro gekostet hätten. Knapp ein Jahr nach seinem Rücktritt als Aufsichtsratschef wurde Wowereit am vergangenen Freitag auf den Posten zurückberufen.

Auch auf Landesebene wurde die Entscheidung kritisiert. „Gut ist das auf keinen Fall“, sagte der Vorsitzende des Berliner Flughafen-Untersuchungsausschusses, Martin Delius (Piraten). „Klaus Wowereit stellt als Aufsichtsratschef nur eine Notlösung dar.“

Die Vorsitzende des Flughafen-Sonderausschusses in Brandenburg, Klara Geywitz (SPD), sagte dagegen einem Radiosender, Wowereit kenne sich aus und müsse nicht erst noch lange eingearbeitet werden. Alle wollten, dass der Flughafen schnellstmöglich aufmache. „Dazu brauchen wir einen Aufsichtsratschef, der nicht erst mal die Geschichte der letzten Jahre studiert.“ Zudem sei „der viel beschriebene Fachexperte aus der Wirtschaft“ offensichtlich nicht zu finden gewesen, sagte die Generalsekretärin der SPD-Landespartei.

Keine Gegenkandidaten

Wowereit war nach dem Rückzug des früheren brandenburgischen Regierungschefs Matthias Platzeck (SPD) der einzige Anwärter für den Posten an der Aufsichtsratsspitze. Er wurde mit großer Mehrheit gewählt. Nur die beiden brandenburgischen Linkspartei-Minister im Aufsichtsrat stimmten nicht für Wowereit. Die Partei fordert mehr Engagement für größere Nachtruhe am geplanten Flughafen. Dazu hatte es in Brandenburg ein erfolgreiches Volksbegehren gegeben. Die Berliner CDU-Fraktion bedauerte, dass das Kontrollgremium nicht die Kraft gefunden habe, einen externen Vorsitzenden zu finden. Die Fraktionschefin der oppositionellen Berliner Grünen, Ramona Pop, sprach vom peinlichsten Comeback des Jahres.

Wowereit hatte das Amt bis zum Januar schon über elf Jahre lang inne. Nach der Absage eines weiteren Eröffnungstermins für den Flughafen hatte er den Posten als Aufsichtsratschef abgegeben.

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