Feier im polnischen Kostrzyn:

Deutsche und Polen gedenken der Weltkriegsopfer

Auch 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges sind die Folgen noch spürbar. Jüngst wurden bei Bauarbeiten im polnischen Kostrzyn Gebeine von Gefallenen gefunden. Endlich haben sie eine letzte Ruhestätte.

An der Zeremonie nahmen Menschen von beiderseits der Oder teil.
Patrick Pleul An der Zeremonie nahmen Menschen von beiderseits der Oder teil.

70 Jahre nach den Kämpfen um die ehemalige Oderstadt Küstrin sind im polnischen Kostrzyn die Gebeine von unbekannten Opfern beigesetzt worden. Am 30. März 1945 hatte die sowjetische Armee die Stadt eingenommen. Danach entstanden Brückenköpfe an der Oder, um bis nach Berlin vorrücken zu können.

Mehr als 100 Menschen aus Deutschland und Polen kamen am Sonnabend zur Gedenkveranstaltung mit der Beisetzung, wie die Gedenkstätte Seelower Höhen (Märkisch-Oderland) mitteilte. Die Gebeine seien in den vergangenen Jahren bei Bauarbeiten in der ehemaligen und 1945 völlig zerstörten Altstadt entdeckt worden, sie seien nicht mehr zuzuordnen.

Gottesdienst an der Ruine der ehemaligen Marienkirche

In zwei Särgen wurden sie auf dem städtischen Friedhof in die Erde gelassen; ein Gedenkstein markiert die Stelle. Im Anschluss gab es einen ökumenischen Gottesdienst an der Ruine der ehemaligen Marienkirche.

Die Gedenkstätte in Brandenburg hatte den Tag mit dem Festungsmuseum von Kostrzyn gemeinsam geplant. Teil davon war auch, in der Gedenkstätte Seelower Höhen Blumen niederzulegen.

Der Gedenktag ist eine von vielen Veranstaltungen, die 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs an die Opfer erinnern. In Brandenburg sind insgesamt rund
30 Veranstaltungen geplant.