Kaum ein Bordell gemeldet:

Die käufliche Liebe findet im Verborgenen statt

Prostitution wird häufig als ältestes Gewerbe der Welt bezeichnet. Zwischen Elbe und Oder bleibt dabei vieles im Dunkeln.

In der Mark ist kaum ein Bordell als solches offiziell angemeldet.
Patrick Seeger In der Mark ist kaum ein Bordell als solches offiziell angemeldet.

In Brandenburg sind nur wenige Bordelle gewerberechtlich angemeldet. Das geht aus einer Antwort von Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) auf eine parlamentarische Anfrage der CDU-Fraktion im Potsdamer Landtag hervor.

Demnach haben die Behörden landesweit gegenwärtig insgesamt lediglich sechs Bordelle als Gewerbebetriebe registriert: Zwei sind es im Landkreis Spree-Neiße sowie jeweils ein Bordell befinden sich in Brandenburg an der Havel sowie in den Landkreisen Dahme-Spreewald, Oberhavel und Teltow-Fläming. Darüber hinaus sind landesweit vier Etablissements (zwei in Potsdam-Mittelmark, jeweils eins in Oberhavel und Oder-Spree) als „Wohnungsbordelle“ beziehungsweise als bordellartige Betriebe angemeldet. In der Landeshauptstadt Potsdam ist demnach kein entsprechendes Gewerbe angemeldet.

Die CDU mahnte, dass speziell Wohnungsbordelle für viele Bürger in der Nähe der Einrichtungen ein „zunehmendes Ärgernis“ darstellten. Diese Etablissements lägen oft in unauffälligen Mietwohnungen. Aufgrund der Verlagerung des Rotlichtmilieus in Wohngebiete litten die dortigen Anwohner „unter der ständigen Präsenz von Prostituierten und Freiern“, kritisierten die Christdemokraten. In Brandenburg werde die Prostitution generell nicht als Gewerbe im Sinne der Gewerbeordnung angesehen, erklärte Minister Gerber in seiner Antwort. Selbstständige Prostituierte müssten daher im Unterschied zu Bordellbetreibern keine Gewerbeanzeige erstatten.

Oft würden einschlägige Einrichtungen als Pension oder Zimmervermietung gewerberechtlich angezeigt. Auf den eigentlichen Zweck des Gewerbes gibt es somit in der offiziellen Anmeldung keinen Hinweis. Zudem gebe es eine Reihe „artverwandter Gewerbeanzeigen“, so zum Beispiel als Swinger Club, als Domina-Studio, als Anbieter für erotische Massagen oder auch als Escort Service, die nicht zu den Bordellen zählten. „Das erschwert die genaue Ermittlung der Anzahl der Bordelle“, hieß es.

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