Stefan Zierke, SPD:

Die Mission lautet Rückeroberung

Die Direktkandidaten für den Bundestag vorgestellt: Der 42-jährige Stefan Zierke soll am 22. September das vor vier Jahren verlorene Direktmandat für die SPD wiedergewinnen.

Als Touristiker und Stadtverordneter hat Stefan Zierke zum Erfolg der LAGA beigetragen. Nun strebt der 42-jährige Prenzlauer den Bundestag an. Er soll am 22. September für die SPD das Direktmandat im Wahlkreis Uckermark-Nordbarnim holen.
Oliver Spitza Als Touristiker und Stadtverordneter hat Stefan Zierke zum Erfolg der LAGA beigetragen. Nun strebt der 42-jährige Prenzlauer den Bundestag an. Er soll am 22. September für die SPD das Direktmandat im Wahlkreis Uckermark-Nordbarnim holen.

Der Schock bei der SPD sitzt immer noch tief. 19 Jahre lang saß Markus Meckel mit Direktmandat im Bundestag, dann verlor 2009 das ostdeutsche SPD-Urgestein die Wahl ausgerechnet gegen die weithin unbekannte Sabine Stüber (Die Linke). Seitdem basteln die Sozialdemokraten an einem Konzept, um die frühere SPD-Hochburg zurück zu erobern. Der Mann, der dies am 22. September schaffen soll, ist Stefan Zierke. Sein Mentor, der frühere Sparkassen-Vorstand Uwe Schmidt, hat ihn schon lange im Visier. Obwohl Zierke erst bei der Konkurrenz anheuerte. Nicht politisch, sondern beruflich.

Der Sohn eines Maschinenmeisters und einer Zahnarztschwester absolvierte die zehnte Klasse der Lindenschule. „Als Kind wollte ich immer in den Wald, Förster werden“, erzählt der 42-Jährige. Doch er wurde im Armaturenwerk Werkzeugmacher, wollte Maschinenbau studieren. Dazwischen sollte nur der Wehrdienst bei den Vermessern in Prenzlau liegen. Doch er trug je sechs Monate die Uniform der NVA und der Bundeswehr, die Wende hatte auch Zierkes Lebensplanungen durcheinander gewirbelt. Er ging zunächst zurück ins AWP, doch als Kurzarbeit und das Aus des einstigen Großbetriebes drohten, suchte der damals 20-Jährige nach einer neuen Perspektive. Und entschied sich für die Umschulung zum Reisekaufmann.„Urlaub ist schön, das Thema positiv besetzt. Und den Beruf gab es ja in der DDR nicht“, erzählt der gebürtige Prenzlauer. Und durfte dann ab 1994 die Reisebüros der Volksbank Uckermark aufbauen. Er hätte dort bleiben können, „doch ich wollte neue Wege gehen“.

Als 2003 ein Geschäftsführer des Tourismusverbandes gesucht wurde, bewarb sich der inzwischen ausgebildete Tourismusfachwirt erfolgreich und arbeitet seit 2005 als Geschäftsführer der Tourismus Marketing Uckermark GmbH (tmu). „Erst habe ich Reisen verkauft, nun werbe ich um Touristen“, sagt Zierke, der – sollte der Direktsturm auf den Bundestag misslingen, denn der Listenplatz wird nicht reichen – am 23. September wieder ganz normal in seinem tmu-Büro seine Arbeit fortsetzen wird.Doch daran denkt er noch nicht. „Ich will das Direktmandat für die SPD gewinnen“, so Zierke, dessen politische Karriere als freiwilliger Mitarbeiter im Stadtteilbüro und sachkundiger Einwohner im Bildungs- und Kulturausschuss der Stadtverordnetenversammlung (SVV) begann. „Wenn man in einer Parteiendemokratie wirklich etwas mitgestalten und verändern will, muss man sich für eine Partei entscheiden.“ 2008 wurde er SPD-Mitglied, 2009 kandidierte er für die Prenzlauer SVV und agiert seitdem als Fraktionsvorsitzender.

Die Idee mit dem Bundestag kam nicht über Nacht. Bei einem Gänsekeulenessen der SPD im November 2011 wurde Zierke ins Gespräch gebracht. „Die Idee ist dann in vielen und langen Gesprächen gereift. Die SPD traut mir das zu, den Rückhalt der Familie habe ich auch “, sagt der seit 1996 mit Personalfachkauffrau Sandra verheiratete Vater zweier Kinder. Der bereits sehr früh, imAugust 2012, offiziell als Direktkandidat nominiert wurde und so Zeit bekam, sich auf den Wahlkampf vorzubereiten.

40 000 Flyer und 1500 Plakate wurden zum Beispiel gedruckt (was auch den eigenen Geldbeutel belastete), unzählige Termine absolviert. „Ich hoffe auf 31 oder 32 Prozent, das könnte reichen“, sagt der leidenschaftliche Wanderer und Tänzer, der Gründungsmitglied des Historienspektakel- und des Vereins „Wir für Prenzlau“ war und Vorsitzender des Fördervereins des Gymnasiums ist. „Jede Aufgabe ist eine Herausforderung. Man muss den Mut haben, sie anzupacken.“

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