Jahrelanges Engagement zahlt sich aus:

Dorfkirchenverein kann sich über Denkmalpreis freuen

Sie prägen seit vielen Jahrhunderten das Bild kleiner Dörfer – die Kirchen. Ihr Zustand ist nicht immer der beste. Der „Förderkreis Alte Kirchen“ setzt sich seit mehr als 20 Jahren für den Erhalt der Gotteshäuser ein. Jetzt wurde die Initiative ausgezeichnet.

Das Engagement des „Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg“ ist mit der Silbernen Halbkugel, der höchsten deutschen Auszeichnung für Denkmalpflege, gewürdigt worden. Das gab das „Deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz“ in Bonn bekannt. Damit soll die Kreativität des 1990 gegründeten Vereins für den Erhalt der mehr als 1600 Brandenburger Dorfkirchen ausgezeichnet werden, heißt es in der Begründung. Während 1990 noch zahlreiche Kirchen in ihrer Substanz gefährdet gewesen seien, seien heute nur noch rund200 Gotteshäuser in Brandenburg akut bedroht. Im Oktober wird der Preis in Berlin überreicht.

Mit rund 44 Millionen Euro öffentlicher Mittel, das meiste davon aus den EU-Regionalfonds EFRE und ELER, wurde in den vergangenen 20 Jahre der Erhalt der alten Feldsteinkirchen, von denen rund 1479 unter Denkmalschutz stehen, von Landesseite unterstützt. Seit dem Fall der Mauer wurde der Erhalt und die Sanierung dieser Kirchen in 471 Einzelvorhaben gefördert. Das geht aus einer Antwort der Landesregierung auf eine parlamentarische Anfrage hervor. Zusätzlich unterstützt das Land die Unterhaltung der Bausubstanz kirchlicher Gebäude im Rahmen des Evangelischen Kirchenvertrages mit jährlich etwa 1,5 Millionen Euro.

„Wir können stolz sein auf das, was wir erreicht haben“, sagt der Geschäftsführer des Förderkreises, Bernd Janows-ki. Doch es gebe auch noch Nachholbedarf: Während in anderen Bundesländern bereits Denkmalfonds oder Stiftungen existierten, sei das in Brandenburg bislang noch nicht der Fall. Und auch bei der Ausstattung der Dorfkirchen gebe es noch viel zu tun: „Die Kirchen sind der größte Eigentümer von Kunstwerken im Land“, so Janowski. Diese Kunstschätze müssten ebenso gesichert werden, wie es Konzepte zum Umgang mit Kirchengebäuden angesichts des demographischen Wandels bräuchte. „Hier müssen das Land, die Kommunen, die Kirche und die Bürger weiter an einem Strang ziehen“, wünscht sich Janowski. In rund 400 Orten gibt es mittlerweile Vereinbarungen zwischen Kirchengemeinde und Kommune über die Nutzung der Kirchen etwa für Veranstaltungen oder durch Vereine.

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung