Führungswechsel bei Berliner Zoo und Tierpark:

Ein charmanter Neuer löst den Kätzchenmörder ab

Nach den zahlreichen Querelen um den bisherigen Zoo-Chef Bernhard Blaszkiewitz lasten große Erwartungen auf dem Nachfolger.

Ein Flusspferd als Kulisse: Der neue Direktor des Zoos und des Tierparks, Andreas Knieriem (links), bei seinem ersten offiziellen Auftritt.
Stephanie Pilick Ein Flusspferd als Kulisse: Der neue Direktor des Zoos und des Tierparks, Andreas Knieriem (links), bei seinem ersten offiziellen Auftritt.

Ist Blaszkiewitz eher für seine ruppige Art bekannt, gab sich sein Nachfolger Andreas Knieriem vor der Presse charmant. „Der Neue“ zupfte seine Krawatte mit Äffchen-Krokodil-Muster zurecht und lächelte. Wenige Meter hinter ihm planschten die Flusspferde. Der designierte Berliner Zoo- und Tierpark-Direktor stellte sich erstmals offiziell in der Hauptstadt vor. Sein Auftreten hatte nichts gemeinsam mit dem des umstrittenen bisherigen Chefs.

Der 48-jährige promovierte Veterinärmediziner Knieriem leitet den Münchner Tierpark Hellabrunn. Voraussichtlich im kommenden Frühjahr soll er seinen neuen Posten antreten. Mit Berlin verbindet ihn einiges: Der Vater einer Tochter studierte an der Freien Universität und ist mit einer Berlinerin verheiratet. Der Aufsichtsratsvorsitzende des Zoos, Frank Bruckmann, lobte die ausgeprägte soziale Kompetenz Knieriems. „Die Vorfreude – aber auch die Erwartungshaltungen sind sehr groß“, sagte er.

Inzucht, Beleidigungen, Genickbruch

Die Liste der Vorwürfe an den noch amtierenden Chef Blaszkiewitz ist lang. Er hat frei lebenden Kätzchen das Genick gebrochen und soll bei den Löwen Inzucht angeordnet haben. Auf einer Betriebsversammlung griff er Mitarbeiter an, die „Weihnachtsgeld kassierten, obwohl sie unchristlich“ seien. Anfang des Jahres war bekannt geworden, dass Blaszkiewitz in internen Schreiben vor die Namen von Mitarbeiterinnen die Formel 0,1 gesetzt hatte. Diese steht in der Zoo-Welt für Weibchen, bei einigen Arten auch für Zuchtstuten. Blaszkiewitz leitete den Tierpark seit 1991, seit 2007 war er zudem Chef des Berliner Zoos. Mit der Vermarktung des berühmten Eisbären Knut handelte er sich Kritik von Tierschützern ein.

Knut sei ein wichtiger Botschafter seiner Art gewesen, sagte Knieriem. Mit Kommentaren zu seinem Vorgänger hielt er sich aber zurück. „Natürlich hab ich Visionen“, sagte Knieriem. Verraten will er sie noch nicht.

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