Bewährung für Mittäter:

Ein Mitglied der Pillen-Bande muss hinter Gitter

Eine Gruppe von Kriminellen hat mit dem Vertrieb von gefälschten Arzneimitteln Millionen verdient. Nun sind die ersten Täter schuldig gesprochen worden.

Auch nach dem ersten Schuldspruch wird die Pillen-Bande die Justiz noch lange beschäftigen.
Ralf Hirschberger Auch nach dem ersten Schuldspruch wird die Pillen-Bande die Justiz noch lange beschäftigen.

Das Landgericht Potsdam hat am Freitag erste Urteile gegen Mitglieder der sogenannten Pillen-Bande gesprochen. Ein 29-Jähriger wurde zu drei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Zwei Mittäter erhielten anderthalb beziehungsweise zwei Jahre Haft auf Bewährung. Das Gericht sprach sie des banden- und gewerbsmäßigen Betrugs und Verstößen gegen das Arzneimittelrecht für schuldig. Die Männer hatten als sogenannte Webmaster Internet-Portale für die Bande betrieben, in denen gefälschte Potenz- und Schlankheitsmittel in riesigen Mengen verkauft wurden. Die Einnahmen sollen in großer Millionenhöhe haben.

Das Gericht blieb hinter den Forderungen der Staatsanwaltschaft zurück, die Strafen zwischen dreieinhalb Jahren Haft und 22 Monaten Haft auf Bewährung beantragt hatte. Als Begründung führte das Gericht an, dass sich alle drei Männer im Prozess geständig zeigten und in der Vergangenheit noch nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten sind. Die Männer hatten jeweils zwischen 200 000 und 550 000 Euro als Provision kassiert.

Im März hatte der erste Prozess gegen acht mutmaßliche Täter aus der Bande begonnen – er läuft noch. Es sind Termine bis Mitte Dezember geplant. Für einen Prozess gegen den mutmaßlichen Bandenchef, der in Uruguay gefasst worden war, gibt es noch keinen Termin.

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