Arbeitsniederlegung:

Eisenbahner geben ihr Werk in Eberswalde noch nicht auf

Die Bahnmitarbeiter in der Kreisstadt des Barnim wollen sich mit dem Ende ihrer Betriebsstätte nicht abfinden. Aus ihrer Sicht gibt es Alternativen.

Die Beschäftigten in Eberswalde setzen seit vielen Jahren Güterwagen instand.
Patrick Pleul Die Beschäftigten in Eberswalde setzen seit vielen Jahren Güterwagen instand.

Die Beschäftigten des von der Schließung bedrohten Bahnwerks in Eberswalde (Barnim) kämpfen weiter für dessen Erhalt. Unter dem Motto „Fünf für Fünfhundert“ überreichten fünf Vertreter der gut 500 Mitarbeiter am Mittwoch in Berlin dem Aufsichtsrat der Bahn eine Expertise. „Aus dieser geht hervor, dass eine Weiterführung des Betriebs möglich ist“, erklärte ein Sprecher der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft. Zeitgleich legten etwa 300 Beschäftigte in Eberswalde die Arbeit nieder und zogen mit Trillerpfeifen und Fahnen vom Werkstor in die Innenstadt.

An ihrer Seite protestierten Bürgermeister Friedhelm Boginski (FDP) und Wirtschaftsförderer Jan König. „Das Bahnwerk ist allen in der Stadt wichtig“, so der Bürgermeister. Unterschriftlisten belegten dies. „Das Werk ist für die Stadt ein ganz wichtiges Pfund, sowohl wirtschaftlich als auch sozial.“

Bahn hält Standort für nicht wirtschaftlich

Der Konzern hatte im vergangenen Oktober angekündigt, die Bahnwerke in Eberswalde und in Zwickau (Sachsen) zu schließen. Aus Sicht der Bahn sind die Standorte nicht wirtschaftlich – wegen eines Rückgangs von Instandhaltungsleistungen an Güterwagen.

„Wir haben immer an der Richtigkeit dieser Aussagen gezweifelt“, sagte Klaus-Dieter Hommel, stellvertretender Vorsitzender der Eisenbahngewerkschaft. „Für Eberswalde legen wir jetzt knallharte Lösungsvorschläge auf den Tisch, mit denen sich der Aufsichtsrat und der DB-Vorstand befassen müssen.“ Hommel verwies auf Ergebnisse der Untersuchung. Danach könne der Standort gesichert werden, wenn das Geschäft mit weiteren Kunden ausgebaut und eine Waschanlage für Kesselwagen errichtet werden.

Bleibt die Bahn bei ihren Plänen, sind in Brandenburg und Sachsen insgesamt 570 Mitarbeiter betroffen, davon etwa 80 in Sachsen. Auch für deren Werk in Zwickau sieht die Gewerkschaft Alternativen. Sie kündigte deshalb weitere Proteste an.

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