Buhlen um märkische Kohle:

Energiekonzern bleibt im Rennen um Tagebaue

Wie viele Bieter es für Vattenfalls Braunkohlesparte gibt, ist unklar. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace ist aus dem Rennen. Unternehmen aus Tschechien sind aber noch dabei.

Vattenfall will seine Braunkohle-Sparte in Brandenburg ver- kaufen. Anfang 2016 soll der Käufer feststehen.
Patrick Pleul Vattenfall will seine Braunkohle-Sparte in Brandenburg ver- kaufen. Anfang 2016 soll der Käufer feststehen.

Der tschechische Energiekonzern CEZ ist nach eigenen Angaben weiter im Rennen um den Verkauf des Lausitzer Braunkohlereviers. Der mit der Veräußerung beauftragte Finanzdienstleister Citigroup habe das Unternehmen eingeladen, am Bieterverfahren teilzunehmen, teilte eine Konzernsprecherin auf Anfrage in Prag mit.

Vor rund einer Woche hatte die Umweltorganisation Greenpeace bekannt gegeben, dass sie aus dem Rennen sei. In einer ersten Stufe des Verkaufsprozesses hatte sie wie andere Firmen auch vor wenigen Wochen formal ihr Interesse bekundet, bis die Frist dafür endete, der Uckermark Kurier berichtete. Den Umweltaktivisten schwebte eine Stiftung vor, deren Startkapital Vattenfall liefern sollte. Die Braunkohle-Verstromung in der Lausitz sollte dann bis spätestens 2030 beendet werden. Voraussichtlich im nächsten Jahr soll nach Vattenfall-Angaben ein Käufer feststehen. Neben dem teilstaatlichen Konzern CEZ haben zwei weitere tschechische Konzerne Interesse an der Braunkohle. Wie viele Bieter es gibt, ist aber unklar.

Vor rund einem Jahr hatte der schwedische Staatskonzern Vattenfall seine Verkaufspläne bekannt gemacht. Schweden will, dass sich das Unternehmen stärker auf erneuerbare Energien ausrichtet. In Brandenburg und Sachsen betreibt Vattenfall derzeit fünf Braunkohlegruben und mehrere Kohlekraftwerke. Rund 8000 Menschen sind in der Branche beschäftigt. Die Lausitz ist das zweitgrößte Braunkohlerevier in Deutschland nach dem Rheinland. Die Landesregierungen Brandenburg und Sachsen halten Braunkohle für eine wichtige Brückentechnologie hin zu erneuerbaren Energien und sprechen sich klar für den fossilen Energieträger aus. Zugleich gibt es von vielen Seiten Kritik an der Braunkohle, die als besonders „schmutziger Energieträger“ gilt. Wie bereits im Uckermark Kurier zu lesen war, wird unter anderem beklagt, dass für den Abbau in den Gruben ganze Orte abgebaggert werden müssen.

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