Frauenhäuser:

Erhalten Frauen und Kinder genug Hilfe bei häuslicher Gewalt?

Obwohl immer mehr Opfer aus Berlin Zuflucht in der Mark suchen, sieht die Landesregierung keinen Handlungsbedarf.

Frauenhäuser bieten weiblichen Opfern von Gewalt Unterstützung.
Stephanie Pilick Frauenhäuser bieten weiblichen Opfern von Gewalt Unterstützung.

Sozialministerin Diana Golze (Linke) vertritt die Auffassung, dass Frauen und ihren Kindern in Brandenburg ausreichend Hilfsmaßnahmen zum Schutz vor Gewalt angeboten werden. Trotz vermehrter Fälle von häuslicher Gewalt findet Golze, es gebe genug Frauenhäuser. Die Inanspruchnahme der Plätze in Frauenhäusern und Zufluchtswohnungen in den vergangenen zehn Jahren zeige, dass deren Anzahl ausreichend sei, erklärte Golze in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Linksfraktion im Potsdamer Landtag.

Insgesamt bieten in der Mark 21 Frauenhäuser Zuflucht, in denen im Jahr 2013 laut Ministerium 603 Frauen und 531 Kinder unterkamen. Rund 3900 Straftaten von häuslicher Gewalt wurden seinerzeit registriert. Von den rund 3600 Opfern waren knapp 2800 Frauen – rund 190 mehr als 2012.

Berliner Frauenhäuser stark ausgelastet

In den märkischen Frauenhäusern suchen zunehmend auch Berlinerinnen Zuflucht. In der Hauptstadt sind die Frauenhäuser stark ausgelastet. Verstärkt wird die Problematik nach Angaben der „Berliner Initiative gegen Gewalt an Frauen“ (BIG) durch die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt.

Zusätzliche Mittel aus Berlin bekommen die Frauenhäuser in Brandenburg gleichwohl nicht. Die Einrichtungen werden vom Land, den Kommunen und aus Spenden finanziert. Auf die Frage, ob die Landesregierung eine Erhöhung der Landesmittel zur Förderung der Frauenhäuser plane, antwortete Ministerin Golze: Die Frage einer Mittelerhöhung bleibe den Beratungen für den nächsten Landeshaushalt vorbehalten. Unabhängig davon solle der seit 2001 bestehende Landesaktionsplan zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und ihre Kinder fortgeschrieben werden.