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Es gibt es zu wenige Organspender

Organtransplantationen können Leben retten. Doch bevor Toten eine Leber oder eine Niere entnommen werden kann, müssen sie zu Lebzeiten zugestimmt haben. Dem stehen viele Faktoren entgegen.

Wer gegebenenfalls zu einer Spende bereit ist, braucht einen Ausweis.
Frank May Wer gegebenenfalls zu einer Spende bereit ist, braucht einen Ausweis.

Brandenburg ist in Ostdeutschland das Schlusslicht bei Organspenden. Umgerechnet auf eine Million Einwohner gibt es in Brandenburg nur 9,4 Organspenden pro Jahr, in Sachsen sind es 13,6. Ostdeutscher Spitzenreiter ist Mecklenburg-Vorpommern, wo es 25,4 Organspenden pro eine Million Einwohner pro Jahr gibt. Das sagte der Geschäftsführende Arzt der Organspenderegion Nordost der Deutschen Stiftung Organtransplantation, Detlef Bösebeck, am Mittwoch im Gesundheitsausschuss des Landtags.

In Mecklenburg-Vorpommern deutlich mehr Spenden

Seiner Ansicht nach müssten sich Krankenhäuser in der Mark die Frage stellen, warum es in Mecklenburg-Vorpommern drei Mal so viele Organspenden wie in Brandenburg gebe. „Es liegt nicht an der Bevölkerung“, sagte Bösebeck. „Wenn man in Brandenburg Angehörige von Toten fragt, liegt die Zustimmungsrate für eine Organentnahme bei 76 Prozent.“ In ganz Ostdeutschland liege sie nur bei 60 Prozent.

„Wir sehen hier in erster Linie ein Informationsdefizit“, sagte Brandenburgs Gesundheitsministerin Diana Golze (Linke). Das Land sei gerade dabei, eine Verordnung zur Umsetzung des neuen Transplantationsgesetzes auf den Weg zu bringen. Wie der Abteilungsleiter für Gesundheit, Thomas Barta, sagte, sollen im Unterschied zu anderen Bundesländern auch Pflegekräfte in den Kliniken als Transplantationsbeauftragte ernannt werden können. Bösebeck begrüßte das. „Pflegekräfte sind viel öfter als der Arzt vor Ort und haben einen viel besseren Kontakt zu den Spendern und ihren Angehörigen.“