Skandal um Haasenburg-Heime:

Ex-Erzieher soll Jugendlichen geschlagen haben

Die Vorwürfe gegen sind schwer aufzuklären. Einige Zeugen änderten ihre Aussagen. Ein ehemaliger Mitarbeiter wurde bereits verurteilt. Nun steht ein zweiter vor Gericht.

Der Heimbetreiber weist die Misshandlungsvorwürfe zurück und wehrt sich juristisch dagegen.
Patrick Pleul Der Heimbetreiber weist die Misshandlungsvorwürfe zurück und wehrt sich juristisch dagegen.

Mehr als ein Jahr nach Schließung der Haasenburg-Heime versucht die Justiz noch immer Misshandlungsvorwürfe zu klären. Am Dienstag muss sich ein ehemaliger Erzieher wegen Körperverletzung in Lübben vor Gericht verantworten. Er soll im Dezember 2012 einen damals 16-Jährigen dreimal ins Gesicht und auf den Kopf geschlagen haben. Bislang habe sich der damals 24-Jährige nicht zu den Vorwürfen geäußert, sagte der Sprecher des Amtsgerichts Lübben, Holger Staudler. Neben dem betroffenen Jugendlichen sollen drei weitere Zeugen gehört werden, alles ehemalige Mitarbeiter des Heimes.

Die damalige Jugendministerin Martina Münch (SPD) hatte der Haasenburg GmbH im 2013 die Betriebserlaubnis entziehen lassen. Die Staatsanwaltschaft Cottbus prüft in mehr als 50 Verfahren Vorwürfe, wonach Erzieher und Betreiber Schutzbefohlene misshandelt haben sollen. Zudem wird untersucht, ob die Betreiber falsch abgerechnet haben. Inzwischen seien fast alle Unterlagen gesichtet worden, sagte Behördensprecherin Petra Hertwig. "Nun müssen wir schauen, wie die Sache rechtlich zu bewerten ist." Die Ermittlungen seien kompliziert, die Befragung von Zeugen aufwendig. Teils seien sie nicht mehr greifbar, weil sie sich inzwischen beispielsweise in medizinischen Einrichtungen befänden. Andere hätten ihre Aussagen geändert.

Bewährungsstrafe wegen sexuellen Missbrauchs

Drei Anklagen hat die Behörde bislang erhoben. Mehr als ein Dutzend Verfahren wurden eingestellt. Im Januar hatte das Amtsgericht ein erstes Urteil gesprochen. Ein ehemaliger Erzieher erhielt eine Bewährungsstrafe von eineinhalb Jahren wegen sexuellen Missbrauchs einer damals 15-Jährigen.

Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg (OVG) hatte im Mai 2014 den Entzug der Betriebsgenehmigung als rechtens bewertet. Dagegen hatte die Haasenburg Widerspruch eingelegt. Inzwischen liegt der Widerspruchsbescheid des Ministeriums vor, sodass das Cottbuser Verwaltungsgericht die Klage prüfen kann. Einen Termin dafür gebe es jedoch noch nicht, sagte Sprecher Gregor Nocon.

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