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Ex-Erzieher wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt

Die Haasenburg-Heime sind seit gut einem Jahr geschlossen. Noch lange sind Misshandlungsvorwürfe nicht geklärt. Ein erster Strafprozess wurde nun abgeschlossen.

Der Angeklagte hatte ein Geständnis abgelegt.
Bernd Settnik Der Angeklagte hatte ein Geständnis abgelegt.

Ein früherer Erzieher der Haasenburg-Heime ist wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt worden. Das Amtsgericht Lübben verhängte am Dienstag eine Bewährungsstrafe von eineinhalb Jahren. Zudem muss der 29-Jährige eine Geldauflage von 1000 Euro zahlen. Das Gericht folgte damit dem Antrag der Staatsanwaltschaft Cottbus.

Der Angeklagte hatte zugegeben, im November 2013 zu einer damals 15 Jahre alten Heimbewohnerin eine sexuelle Beziehung gehabt und mehrfach mit ihr geschlafen zu haben. Das Urteil ist rechtskräftig.

Kein klassischer Missbrauchs-Fall

Es habe sich um eine "Art Liebesverhältnis" gehandelt, sagte Richter Rainer Rörig. Zwischen der Jugendlichen und dem Erzieher habe sich eine emotionale Bindung entwickelt. Das Mädchen habe bei Polizei und Staatsanwaltschaft bestätigt, dass sie einverstanden gewesen sei. Insofern sei es kein klassischer Fall eines Missbrauchs gewesen. "Dennoch sind solche sexuellen Verhältnisse immer noch ein No Go", betonte Rörig.

Das Geständnis ersparte der heute 16-Jährigen eine Aussage vor Gericht. Zudem berücksichtigten Staatsanwaltschaft und Gericht zugunsten des Angeklagten, dass er seinen Job in dem Heim in Unterspreewald verloren hatte, nachdem das Verhältnis bekanntwurde. Die Haasenburg GmbH habe als Betreiber vorbildlich gehandelt.

Noch keine Entscheidung zur Betriebserlaubnis

Zum Tatzeitpunkt gab es bereits Misshandlungsvorwürfe gegen die drei Haasenburg-Heime in Brandenburg. Die Staatsanwaltschaft Cottbus prüft in rund 50 Verfahren gegen Erzieher und Betreiber Vorwürfe wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen und Körperverletzung. Zudem untersucht die Behörde, ob die Betreiber falsch abgerechnet haben.

Im Dezember 2013 ließ die damalige Jugendministerin Martina Münch (SPD) der Haasenburg GmbH die Betriebserlaubnis entziehen. Diese Entscheidung hatte das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg (OVG) im Mai 2014 im Eilverfahren bestätigt. In der Hauptsache steht aber noch eine Verhandlung aus.