Ausstellung erinnert an Verbrechen:

Ex-Häftlinge gedenken des Todeszuges nach Tröbitz

1945 evakuierten die Nazis viele Konzentrationslager vor den Alliierten: für die Häftlinge eine neue Etappe ihres Leidens.

Die neue Ausstellung stößt auf großes Interesse.
Jan Woitas Die neue Ausstellung stößt auf großes Interesse.

Mit einer Gedenkfeier ist am Donnerstag in Tröbitz (Elbe-Elster) an die Befreiung jüdischer Häftlinge aus einem liegen gebliebenen Transport vor 70 Jahren erinnert worden. Zudem wurde im Beisein von Überlebenden eine Freiluft-Ausstellung zum „Verlorenen Zug“ eröffnet. Die Schau gibt Auskunft über die Geschichte des Zweiten Weltkriegs, den Nazi-Terror, das einstige Konzentrationslager Bergen-Belsen sowie über die Geschichte des „Verlorenen Zugs“. Die Ausstellung wurde mit rund 78 000 Euro von Bund und Land finanziert.

Der „Verlorene Zug“ war mit 2000 Häftlingen aus Bergen-Belsen am 23. April 1945 während einer Irrfahrt zwischen heranrückenden Amerikanern und Russen in der Elbe-Elster-Region gestrandet. Er wurde wegen einer gesprengten Brücke nach Tröbitz geschoben, wo die Rote Armee die Insassen befreite.

Mehr als 500 Zuginsassen starben

Mehr als 500 jüdische Häftlinge starben an den Folgen der KZ-Haft, den unmenschlichen Transportbedingungen sowie an Hunger, Durst und Typhus. Die Überlebenden wurden auf Anordnung der Roten Armee in den Häusern der Tröbitzer untergebracht. Heute befindet sich in Tröbitz ein jüdischer Friedhof.

„Orte wie Tröbitz sind wichtige Bestandteile der zeitgeschichtlichen Erinnerungskultur des Landes und der historisch-politischen Aufarbeitung und Bildung für nachfolgende Generationen“, erklärte Brandenburgs Kulturstaatssekretär Martin Gorholt. Gerade junge Menschen sollten für die Mechanismen eines Unrechtssystems sensibilisiert werden und damit auch für die Notwendigkeit, rassistischen Stimmungen bereits früh entschlossen entgegenzutreten.

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