Vereinbarung der Koalition:

Ex-Häftlinge sollen besser in den Arbeitsmarkt integriert werden

Justizministerium und Arbeitsagentur wollen künftig enger zusammenarbeiten, um entlassene Gefängnisinsassen häufiger direkt in Lohn und Brot zu bringen.

Schon in der JVA werden Häftlinge auf Jobs vorbereitet, und lernen, Drucker zu warten. Freigelassene Häftlinge sollen in Brandenburg künftig besser in den Arbeitsmarkt integriert werden.
Arne Dedert Schon in der JVA werden Häftlinge auf Jobs vorbereitet, und lernen, Drucker zu warten. Freigelassene Häftlinge sollen in Brandenburg künftig besser in den Arbeitsmarkt integriert werden.

Freigelassene Häftlinge sollen in Brandenburg künftig besser in den Arbeitsmarkt integriert werden. Dazu schlossen Justizminister Stefan Ludwig (Linke) und die Geschäftsführerin der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, Jutta Cordt, am Dienstag in Potsdam eine entsprechende Kooperationsvereinbarung. Ziel sei es, so auch die Rückfallquote unter den Ex-Inhaftierten zu senken, sagte Justizminister Stefan Ludwig (Linke) am Dienstag in Potsdam. "Wir wollen einen Beitrag dazu leisten, dass nach Verbüßung der Haftstrafe ein straffreies Leben besser möglich ist als vorher."

Dazu solle ein nahtloser Übergang von der Haft in eine Ausbildung oder eine Arbeit erreicht werden, erklärte Ludwig weiter. Inhaftierte ohne Freigang sollen häufiger direkt in den Gefängnissen beraten werden. Auch gibt es die Überlegung, den Insassen für den beruflichen Bereich gezielt einen beschränkten Zugang zum Internet zu schaffen.

Alle Strafgefangenen sollen erreicht werden

Mit der Kooperationsvereinbarung solle die zum Teil bereits bestehende regionale Zusammenarbeit eine neue Qualität erreichen, sagte der Minister. Prinzipiell wolle man jeden der rund 1300 Strafgefangenen in Brandenburg erreichen.

Mitunter sei jedoch die Haftdauer zu kurz, etwa wenn es darum gehe, eine während der Haft begonnene Ausbildung abzuschließen, erläuterte Ludwig. Für solche Fälle werde die Ausbildung in Teilabschnitte gegliedert, so dass sie sich nach der Entlassung fortsetzen lasse. Mögliche Ausbildungsbereiche sind zum Beispiel Gebäudereinigung, Gastronomie und Baugewerbe.

Die Geschäftsführerin der regionalen Arbeitsagentur, Cordt, sagte, die Integration in den Arbeitsmarkt sei eine wichtige Aufgabe, gerade unter dem Gesichtspunkt der Resozialisierung. Daher würden Arbeitsagentur und Jobcenter mit ihren Angeboten so früh wie möglich ansetzen. Ähnliche Vereinbarungen gibt es bereits in anderen Bundesländern.