Dem Verfall preisgegeben:

Fehlende Investitionen in Bahnhöfe kritisiert

Keine Fahrkartenschalter, kein Kiosk, die Wartehalle verschlossen: Zahlreiche Bahnhöfe verdienen ihren Namen kaum noch. Während die Grünen das anprangern, versucht die Bahn Gebäude zu verkaufen – auch in der Uckermark.

Das Bahnhofsgebäude in Templin hat schon bessere Zeiten gesehen.
Birgit Bruck Das Bahnhofsgebäude in Templin hat schon bessere Zeiten gesehen.

Brandenburgs Grüne fordern die Landesregierung auf, mehrere Millionen Euro für die Wiederbelebung verfallener Bahnhofsgebäude bereitzustellen. Im ganzen Land seien nur noch an
41 von 340 Bahnhöfen die Stationsgebäude zugänglich, beklagte der Landtagsabgeordnete Michael Jungclaus am Dienstag. „Traditionelle Angebote wie ein Fahrkartenschalter, eine Wartehalle oder einen Kiosk gibt es hier schon lange nicht mehr.“ Die Gebäude würden verfallen und verwahrlosen.

Jungclaus betonte, dass es durchaus gute Ideen für die Nutzung alter Bahnhofsgebäude gebe. So könnten etwa eine Touristeninformation, ein Café, ein Kulturzentrum oder ein Fahrradladen in die Stationen einziehen. „Wenn man den Verfall nicht stoppt, vergibt man ein erhebliches Entwicklungspotenzial in der Region“, sagte Jungclaus. „Bahnhöfe können Ankerpunkte des Lebens vor Ort sein.“ So sei der Bahnhof Lübbenau mittlerweile zu einem „Tor zum Spreewald“ geworden.

Die Deutsche Bahn AG ist allerdings dabei, sich von Bahnhofsgebäuden zu trennen. Auf der Website des Unternehmens findet sich eine lange Liste von Stationen, die zum Verkauf stehen – in Brandenburg unter anderem die Bahnhöfe in Jüterbog, Wittenberge und Templin, für die gegenwärtig ein Käufer gesucht wird.

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