Problem für Schüler und Studenten:

Ferienjobs sind Mangelware

In den Sommerferien können sich junge Leute etwas Geld dazuverdienen. In einigen Branchen bieten sich dafür jedoch immer seltener Gelegenheiten. Die Gründe sind vielfältig.

Eine Aushilfsstelle in der Gastronomie zu bekommen, ist nicht mehr so leicht wie früher.
Jens Büttner Eine Aushilfsstelle in der Gastronomie zu bekommen, ist nicht mehr so leicht wie früher.

Die Zahl der Ferienjobber in Gastronomie und im Handel nimmt ab. Diese Einschätzung bestätigten Vertreter des brandenburgischen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) sowie des Handelsverbands Berlin-Brandenburg (HBB). „Die Schülertätigkeiten im Handel sind weniger geworden, weil schon viele geringfügig Beschäftigte für uns arbeiten“, sagt der stellvertretende HBB-Hauptgeschäftsführer, Günter Päts.

Hinzu komme die vergleichsweise lange Einarbeitungszeit für anspruchsvoller werdende Tätigkeiten, bei denen sich der Einsatz von nur wenige Wochen arbeitenden Hilfskräften kaum lohne. „Das Massenphänomen der Aushilfsjobs für Schüler und Studenten, wie wir es in den 1990ern hatten, ist vorbei“, sagt Päts. Allein schon, weil Maschinen einige Tätigkeiten von damals wie etwa das Flaschensortieren übernommen hätten.

Mindestlohn gilt nicht für Minderjährige

Während Schüler je nach Tätigkeit bei den tarifgebundenen Handelsketten entsprechend entlohnt würden, gelte dies für Unternehmen ohne Tarifvertrag nicht, informierte Päts. Diese müssten jedoch volljährigen Aushilfen seit Januar den gesetzlichen Mindestlohn zahlen. Für Schüler unter 18 Jahren gelte das nicht.

„Ferienjobs machen in der Gastronomie nicht mehr so die Masse aus“, sagt auch Dehoga-Hauptgeschäftsführer Olaf Lücke. Gastronomen lenkten ihren Blick eher auf Fachkräfte. Für Tätigkeiten wie die Zubereitung eines Frühstücksbuffets würden nach wie vor Aushilfen gesucht. Allerdings böten sich verstärkt Hausfrauen oder Empfänger von Sozialleistungen an. „Besonders in den Abendstunden, wenn unser Hauptgeschäft anrollt, dürfen Jugendliche in der Regel nicht mehr arbeiten“, erläutert Gastwirt Bernd Scharfe aus Brandenburg/Havel. Dies gelte für volljährige Studenten zwar nicht, diese zeigten seiner Erfahrung nach jedoch immer weniger Interesse an einem Job in der Gastronomie.

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