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Fledermäusen geht es wieder besser

Lange Zeit gingen die Fledermausbestände in Brandenburg zurück. Eine veränderte Umwelt hat die Entwicklung offenbar umgekehrt.

Das Große Mausohr ist die größte einheimische Fledermausart. Die Tiere brauchen geschützte Quartiere.
Patrick Pleul Das Große Mausohr ist die größte einheimische Fledermausart. Die Tiere brauchen geschützte Quartiere.

Der größten einheimischen Fledermausart, dem Großen Mausohr, geht es in Brandenburg wieder besser. Landesweit gebe es 22 sogenannte Wochenstuben, in denen je zwischen 30 bis zu 200 Fledermausweibchen jeweils ein Junges zur Welt bringen, sagte der für das Säugetiermonitoring zuständige Biologe des Landesamtes für Umwelt, Jens Teubner, in Potsdam. In etwa 14 Tagen sei es wieder so weit. Dann dürften die Tiere nicht gestört werden. Bauherren sollten Arbeiten an Dachstühlen mit Fledermausquartieren deshalb möglichst nicht in der Zeit von April bis September durchführen.

Das Große Mausohr hat eine Flügelspannweite von etwa 40 Zentimetern und wird bis zu 35 Gramm schwer. Der Altersrekord liegt laut Teubner bei 38 Jahren. Die Weibchen zögen ihre Jungen gerne auf Dachböden groß. Deshalb habe ihnen vor allem giftiges Holzschutzmittel, mit denen das Gebälk getränkt wurde, in vergangenen Jahrzehnten zugesetzt.

Dass sich auch die Bestände anderer Fledermausarten wieder erholt haben, lasse sich nur vermuten, sagte Teubner. „Wir wissen über die Tiere noch sehr wenig. Es ist schwer, sie zu zählen.“ In Brandenburg leben nach Angaben von Teubner 18 verschiedene Fledermausarten.

In den vergangenen Jahren hätten sie unter anderem in verlassenen ehemaligen militärisch genutzten Gebäuden, die von den Naturschutzbehörden hergerichtet wurden, neue Quartiere gefunden. Landesweit sind etwa 1000 Fledermausquartiere bekannt.