Erstaufnahme fast ausgelastet:

Flüchtlinge in Turnhallen für Sportbund keine Lösung

Jeder Asylbewerber soll in Brandenburg ein Dach über dem Kopf haben. Doch Unterkünfte werden knapp. Für Kritiker geht die Suche des Innenministeriums in die falsche Richtung.

In Bayern beispielsweise gibt es solche provisorischen Unterkünfte bereits. Brandenburg prüft nun, wo auch hier Menschen so untergebracht werden können.
David Ebener In Bayern beispielsweise gibt es solche provisorischen Unterkünfte bereits. Brandenburg prüft nun, wo auch hier Menschen so untergebracht werden können.

Brandenburg sucht weitere Plätze zur Unterbringung von Flüchtlingen. Die Situation in der Zentralen Erstaufnahmestelle in Eisenhüttenstadt sei ernst, sagte der stellvertretende Sprecher des Innenministeriums, Wolfgang Brandt, am Freitag. Händeringend werden Plätze für Neuankömmlinge gesucht. Obdachlosigkeit solle auf jeden Fall verhindert werden, betonte er.

In der Nacht zu Freitag erreichten weitere etwa 100  Flüchtlinge aus Bayern per Bus Potsdam. Sie kommen nach den Strapazen zunächst in einem ehemaligen Ministerium in der Landeshauptstadt zur Ruhe. Am Vormittag traf ein Zug mit etwa 450 Menschen aus Bayern auf dem Bahnhof Berlin-Schönefeld Flughafen ein. Etwa 150 Flüchtlinge sollten in die Erstaufnahmestelle Eisenhüttenstadt weiter fahren.

Weitere Menschen am Wochenende erwartet

In Eisenhüttenstadt werden nach den Angaben nur Plätze frei, wenn Asylbewerber auf die Landkreise und kreisfreien Städte weiter verteilt werden. „Wir mobilisieren alle Kräfte“, sagte Brandt. Es werde aber zunehmend schwieriger, neue Kapazitäten zu erschließen. In Eisenhüttenstadt gibt es theoretisch 4000 Plätze. Am Donnerstag waren 3640 Menschen dort untergebracht.

„Wir rechnen am Wochenende mit weiteren Ankünften“, sagte der Sprecher. Die Einführung der Grenzkontrollen habe nur kurzfristig die Lage etwas entspannt. Die Zahl der Flüchtlinge werde weiter anhaltend hoch bleiben. „Wir werden aber alle unterbringen, wenn auch oft nur in Notquartieren.“

Sportbund sieht Alternativen

Der Landessportbund Brandenburg habe Verständnis für die Flüchtlingshilfe – sieht die Umwandlung der Turnhallen zu Notunterkünften aber als Problem. Das Bemühen der Vereine, Menschen zu integrieren, werde dadurch erschwert, teilte der Landessportbund am Freitag mit. Der Verband forderte die Kommunen auf, „verantwortungsvoll zu prüfen“, ob es Alternativen gebe. Zudem müssten Lösungen für betroffene Vereine gefunden werden.

Auch der Landessportbund Berlin (LSB) hatte Sorgen zum Ausdruck gebracht. „Es gibt Alternativen, bevor man in die Infrastruktur des Sports eingreift“, hatte LSB-Präsident Klaus Böger erklärt. Als Beispiele nannte Böger das Internationale Congress Centrum ICC und den ehemaligen Flughafen Tempelhof. In Brandenburg werden in diesem Jahr rund 25 000 Flüchtlinge und Asylbewerber erwartet. Möglicherweise könnten es 30 000 werden.

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