Trotz aller Drohungen:

Flüchtlingsheim in Kittlitz kommt

Es gab böse Schreiben und viel Unmut in einem kleinen Ortsteil von Lübbenau im Spreewald: Der Grund ist eine geplante Unterkunft für Asylbewerber. Doch der Landkreis will sich nicht einschüchtern lassen.

In das Gebäude einer Förderschule sollen ab Ende 2015 Zuflucht Suchende einziehen.
Patrick Pleul In das Gebäude einer Förderschule sollen ab Ende 2015 Zuflucht Suchende einziehen.

Der Landkreis Oberspreewald-Lausitz hält an dem geplanten Flüchtlingsheim im Lübbenauer Ortsteil Kittlitz fest und will dazu stärker mit den Einwohnern ins Gespräch kommen. Für den 5. Mai sei ein Infoabend geplant, sagte Landrat Siegurd Heinze (parteilos) am Mittwoch in Lübbenau. In einer Förderschule sollen ab Ende 2015 bis zu 130 Flüchtlinge für voraussichtlich drei Jahre untergebracht werden. In dem Ortsteil leben derzeit lediglich 137 Einwohner.

Der Lübbenauer Bürgermeister Helmut Wenzel (parteilos) hatte im Zusammenhang mit den Asyl-Plänen mehrere Drohschreiben erhalten. Landrat Heinze betonte zu den Plänen: „Wir bleiben dabei.“ Es gebe derzeit auch überhaupt gar keine Alternativen. Der ziemlich kleine Ortsteil Kittlitz liegt etwas entfernt vom Lübbenauer Zentrum. Deshalb sei eine direkte Busverbindung angedacht, kündigte Heinze an. Im Spätsommer werde voraussichtlich der Umbau der Förderschule beginnen, erklärte der Landrat.

Grenzen verletzt

Wenzel sagte, dass in der Zwischenzeit keine weiteren Drohschreiben bei ihm eingegangen seien. Mit den Drohungen seien Grenzen verletzt worden. Zugleich betonte er, dass Lübbenau und der Spreewald weltoffen und gastfreundlich seien.

Unlängst war der Ortsvorsteher von Kittlitz zurückgetreten. Ein Grund dafür war nach Angaben des Landkreises das Medienecho auf die Diskussion um das Flüchtlingsheim. Der neue Ortsvorsteher, Volkmar Schlosshauer (parteilos), beschrieb die Stimmung in Kittlitz so: „Zurzeit herrscht so etwas wie eine abwartende Ruhe.“ Er hoffe auch mit Blick auf die Einwohnerzahl, dass der Landkreis am Ende doch weniger Flüchtlinge nach Kittlitz bringt als die geplante Höchstzahl von 130.

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