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Friedhof Stahnsdorf bläst zur großen Treibjagd

Wenn Jäger zwischen Gräbern und Mausoleen auf Rehe und Wildschweine schießen, ist das befremdlich. Doch auf dem Südwestkirchhof sorgen die Tiere für erhebliche Zerstörungen.

Wildschweine sind dafür bekannt, dass sie ein Gelände bis zur Unkenntlichkeit durchwühlen können.
Fredrik von Erichsen Wildschweine sind dafür bekannt, dass sie ein Gelände bis zur Unkenntlichkeit durchwühlen können.

Auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf bei Potsdam wird wieder zur Jagd geblasen. Der Wildbestand auf dem Gelände sei immer noch deutlich zu hoch, teilte Kirchhofsverwalter Olaf Ihlefeldt am Donnerstag mit. „Wildschweine gehen auf die Gräber und zerstören diese“, schilderte der Verwalter. „Das Rehwild stürzt sich regelrecht auf wohlschmeckende Gehölze oder frische Blumen, welche die Gräber der Verstorbenen schmücken“, klagt Ihlefeld. Trotz früherer Bejagung seien inzwischen mehr als 30 Rehe und Schwarzwild auf dem insgesamt 206 Hektar großen Waldfriedhof heimisch geworden.

15 Schützen und rund 20 Jagdhelfer sollen darum am kommenden Sonnabend die Tiere treiben und erlegen. Für Besucher bleibt der Friedhof, auf dem zahlreiche Prominente beigesetzt sind, bis zur Mittagszeit um 13 Uhr geschlossen. Auf dem nach Kirchenangaben größten evangelischen Friedhof Deutschlands hat es bereits mehrfach eine Jagd gegeben, zuletzt 2012.

 

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