Lärmschutz am Flughafen:

Für Tausende Anwohner wird es laut

Nur jeder zehnte Haushalt hat Schallschutzfenster. Die Betroffenen sind verunsichert, da bald die Flieger über ihre Häuser donnern.

Ab Mai beginnt der Betrieb an der Südbahn.
Patrick Pleul Ab Mai beginnt der Betrieb an der Südbahn.

Gut zwei Monate vor dem Start des Flugbetriebs auf der neuen Südbahn in Schönefeld sind erst in 400 von etwa 4500  Wohnungen Schallschutzfenster eingebaut, wie die Fluglärmkommission am Montag mitteilte. Dabei hatte die Flughafengesellschaft in den vergangenen Monaten das Tempo erhöht: Knapp 2800 Südbahn-Anwohner haben den Bescheid erhalten, mit dem sie Handwerker beauftragen können. Rund 700 bekamen eine Entschädigung. Oft gibt es jedoch Differenzen darüber, welche Fenster und Dämmungen eingebaut werden sollen.

Allein von August bis Januar gingen beim Flughafen 738 Beschwerden zu Schallschutzbescheiden ein, weitere 150 bei der Luftfahrtbehörde, sagte der Chef der Gemeinsamen Oberen Luftfahrtbehörde Berlins und Brandenburgs, Wolfgang Fried. „Es gibt einen sehr hohen Grad der Verunsicherung bei den Betroffenen.“ Der Flughafen betonte, man habe die behördlichen Vorgaben erfüllt.

Viel Betrieb bei Champions-League-Finale

Von der neuen Südbahn sollen ab Mai für ein halbes Jahr Flugzeuge abheben, während alte Nordbahn saniert wird. Anders als jetzt gilt dann in Schönefeld das Flugverbot von Mitternacht bis 5 Uhr – mit einer Ausnahme. Nach dem Champions-League-Finale am 6. Juni in Berlin müssen sich die Anwohner der Flughäfen Tegel und Schönefeld auf Dutzende Nachtflüge einstellen. Je nachdem welche Mannschaften ins Finale kommen, müssten bis zu 30  000 Fans auf dem Luftweg nach Hause, sagte Fried. Dafür würden wegen des „besonderen öffentlichen Interesses“ Ausnahmegenehmigungen erteilt.

Die Fluglärmkommission hatte gefordert, mit dem Südbahnbetrieb erst zu beginnen, wenn alle Anwohner über Schallschutz verfügen. „Wir konnten uns nicht durchsetzen“, sagte der Vorsitzende Gerhard Steintjes.

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