Zukunft oder Schließung?:

Funken Hoffnung für das Bahnwerk

Schon seit Herbst bangen rund 500 Angestellte im Instandhaltungswerk um ihre Arbeitsplätze. Diesem droht das Aus, da es nicht ausgelastet sei. Das Land will die Jobs retten. Ein Gespräch mit dem Bahn-Vorstandschef gibt es Grund zum Optimismus.

Zu wenig Wartungsarbeiten an Güterwaggons: So wurde das mögliche Aus begründet.
Patrick Pleul Zu wenig Wartungsarbeiten an Güterwaggons: So wurde das mögliche Aus begründet.

Spätestens bis Sommer soll feststehen, ob es eine Zukunft für das von Schließung bedrohte Bahnwerk in Eberswalde (Barnim) gibt. Das kündigte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) nach einem Gespräch mit Bahn-Vorstandschef Rüdiger Grube in Potsdam an. Details zu konkreten Vorschlägen wurden nicht genannt. "Wir haben heute sehr konstruktive Gespräche gehabt", sagte Woidke. Diese sollen in den nächsten Wochen fortgesetzt werden. Grube versicherte, "schnell zu konkreten Ergebnissen" kommen zu wollen.

Nach Angaben des DB-Konzernbetriebsrats sieht ein Vorschlag vor, dass zwischen 200 und 300 Mitarbeiter in Eberswalde weiter beschäftigt werden könnten. In dem Instandhaltungswerk arbeiten zurzeit annähernd 500 Mitarbeiter. Medien hatten berichtet, dass unter anderem die Reinigung von Kesselwagen als Vorschlag im Gespräch sei. Außerdem sei die Niederbarnimer Eisenbahn AG bereit, Wartungs- und Reparaturarbeiten in Eberswalde vornehmen zu lassen.

Überstunden trotz weniger Instandhaltungen?

Die Bahn hatte die drohende Schließung im Oktober damit erklärt, dass weniger Instandhaltungsleistungen bei Güterwaggons anstehen. Der Konzern hatte zugleich betont, den Beschäftigten andere Arbeitsplätze im DB-Konzern anzubieten. Wenn die Pläne Realität werden, gehen Ende 2016 in Eberswalde die Lichter aus. Das traditionsreiche Werk gibt es seit mehr als 135 Jahren. Die Bahn ist nach Stadtangaben einer der größten Arbeitgeber in der Region.

Zu den Demonstranten vor der Staatskanzlei zählte der Eberswalder Bürgermeister Friedhelm Boginski (FDP). Er betonte, dass das Bahnwerk das letzte große produzierende Unternehmen in der Region sei. Auch Bahn-Mitarbeiter zog es am Dienstag nach Potsdam. Eine Frau, die in dem Werk beschäftigt ist, sagte: "Ich kann eine Schließung nicht nachvollziehen, wir machen zurzeit Überstunden."

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